Don Quijote und Facebook: Klassiker in neuer Fassung. In Holger Schobers Fassung des Klassikers blieb im Hoftheater in Pürbach kein Auge trocken.

Von Markus Füxl. Erstellt am 27. Juni 2019 (04:34)
Markus Füxl
Simon Dietersdorfer und Marcel Mohab begeisterten in einer modernen Fassung von „Don Quijote“ in Pürbach.

Rappende Knappen, Drachen in Holzhäusern und Songs über Facebook-Bekanntschaften: Eine fulminante Aufführung von „Don Quijote“ fand am 21. Juni im Hoftheater Pürbach statt.

Unter der Regie von Holger Schober folgte das Stück der bekannten Geschichte von Don Quijote, der gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Panza in die Welt zieht, um gegen Windmühlen zu kämpfen.

Reise durch das Hoftheater

Die Fassung wurde als Stationstheater gespielt. So verknüpften die Schauspieler Marcel Mohab als Don Quijote und Simon Dietersdorfer als sein Knappe Sancho Panza die Heldenreise mit einer tatsächlichen Reise durch das Hoftheater. Startpunkt war im Eingangsbereich, sein dramatisches Ende nahm das Stück am Parkplatz. Die beiden Schauspieler brillierten vor den knapp 20 Besuchern mit viel Wortwitz und körperbetontem Schauspiel.

Was macht ein Ritter im Fitnessstudio? Na, Rittersport!“Simon Dietersdorfer als Sanjo Panzer

Die Fassung des Stücks sorgte für zahlreiche Lacher. So trat Dietersdorfer immer wieder als „Elektro-Barde“ auf, der die Erzählstränge dem Publikum mit elektronischen Beats präsentierte. Aus der Not wurde eine Tugend, und so erzählten die beiden Schauspieler die Geschichte um den heldenhaften Don Quijote ohne aufwendige Requisiten und Bühnenbild, dafür mit viel Situationskomik und sprachlichen Augenzwinkern zu modernen Phänomenen wie Facebook, Ibiza und ähnliches.

Zwischen den vielen absurden Szenen („Der Drache hat sich im Haus versteckt. Das muss ein sogenannter Hausdrache sein!“) durften auch nachdenkliche Momente über Sinn und Unsinn des Lebens nicht fehlen und so endete das Stück wie das spanische Original: Mit einer Parabel über heroischen Idealismus und einer Männerfreundschaft bis zum Tod.