Litschau: SPÖ fordert geschlossen Rücktritt von Vize. Nächstes Kapitel um die Turbulenzen zu dem laut dem Veranstalter des Traktorrennens Reingers „unrechtmäßigerweise entnommenen“ vierstelligen Betrag durch den mittlerweile zurückgetretenen Obmann Reinhard Fürnsinn, der für die ÖVP auch Litschauer Vizebürgermeister ist.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 10. Februar 2020 (11:02)
SP-Litschau-Chef Gerhard Holzweber
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Nachdem sich Litschaus VP-Bürgermeister Rainer Hirschmann noch via NÖN hinter Fürnsinn gestellt hatte, schloss sich nun auch die Litschauer SPÖ-Fraktion geschlossen der Rücktritts-Aufforderung von Bürgerlisten-Mandatar Roland Edinger (BBL) an.

Mit den bisherigen Leistungen Fürnsinns als Vizebürgermeister habe das nichts zu tun, betont das Quintett – er habe „eine Woche vor der Wahl gegenüber der NÖN nachvollziehbar gelogen“, indem er beteuert hatte, dass im Verein kein Geld fehle. Als politischer Mandatar müsse man mit gutem Beispiel vorangehen, mahnen die Sozialdemokraten, der Anstand müsse es verlangen, sich aus dem Gemeinderat zurückzuziehen. 

Fürnsinn beteuerte auf NÖN-Nachfrage bereits, zu der Angelegenheit und zu Rücktritts-Aufforderungen nicht Stellung nehmen zu wollen.

Die offizielle Stellungnahme der SPÖ Litschau im Originalwortlaut:

Da wir aus der NÖN-Ausgabe KW6 erfahren mussten, dass die ÖVP-Litschau daran denkt, Herrn Vizebgm. Reinhard Fürnsinn weiter im Amt zu belassen, sehen wir uns veranlasst, unsere Sicht der Dinge einzubringen.

Als bereits die Gerüchte um fehlendes Geld beim TOC-Reingers im Umlauf waren, hat der damalige Obmann des TOC Vizebgm. Reinhard Fürnsinn gegenüber der NÖN (Onlinebericht vom 19.01.2020) alles dementiert. Wir zitieren Herrn Fürnsinn aus dem Artikel: „Nichts davon stimmt“ oder „Es fehlt kein Geld“.

Tatsächlich hat sich dann am 29.01.2020, also ein paar Tage nach der Wahl herausgestellt, dass es doch stimmt und Geld von Vizebgm. Reinhard Fürnsinn selbst ungerechtfertigterweise entnommen wurde. Erst nach der Konfrontation mit den Tatsachen durch den restlichen Vorstand hat der TOC-Obmann Reinhard Fürnsinn seinen Fehler eingestanden und ist mit der Absicht der Wiedergutmachung zurückgetreten.

Dieses finden wir zwar löblich, ist aber unserer Meinung nach kein Grund, hier in Litschau alles beim Alten zu belassen. Auch die bisherigen Leistungen des Vizebürgermeister wollen wir nicht schmälern auch von einer unfairen Behandlung kann man hier nicht sprechen. Tatsache ist aber, dass hier eine Woche vor der Wahl gegenüber der NÖN nachvollziehbar gelogen wurde. Ein paar Tage darauf ist dieses Kartenhaus zusammengebrochen.

Als Gemeinderat und in den dazugehörigen Funktionen wie beispielsweise Vizebürgermeister trägt man Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und man sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Doch hier wurde das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht und für die Wahl gelogen. Oder glauben sie, dass Herr Fürnsinn gut 70 Vorzugsstimmen bekommen hätte, wenn die Wahrheit vor der Wahl auf dem Tisch gelegen wäre?

Aus dieser ganzen Situation gibt es für die Mandatare der SPÖ nur ein Fazit: Vizebürgermeister Reinhard Fürnsinn sollte zurücktreten. Auch würde es der Anstand verlangen, sich aus dem Gemeinderat zurückzuziehen. Im Gemeinderat sollte ein vertrauensvolles Miteinander vorhanden sein. Dies ist nach solch einen Vorfall nur schwer vorstellbar.

Abschließend möchten wir dem TOC Reingers noch versichern, dass die vielen Mitglieder der SPÖ-Litschau, die als Helfer, Sponsoren usw. tätig sind, auch weiterhin zum Wohle des Vereins mitarbeiten möchten!

Hochachtungsvoll,

StR Gerhard Holzweber

GR Reinhard Brayer

GRin Maria Ledermüller

GRin Manuela Müller

GR Robert Matusch

die Gemeinderatsfraktion der SPÖ Litschau!