Trotz Lockerung: Die Kino-Leinwand bleibt finster. In die Serie an turbulenten Entscheidungen rund um den Weg zurück aus dem Covid-19-Tief in Österreich reiht sich auch eine Novelle zur Lockerungsverordnung, mit der Filmfans am 27. Mai überrascht wurden: Bereits am 29. Mai dürfen die Kinos wieder öffnen. In den Waldviertler Kinos in Gmünd und Zwettl bleiben die Leinwände dennoch finster.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 29. Mai 2020 (07:04)
Julia Gaugusch-Prinz
Lohninger

Warten auf Christopher Nolan

Die Ursachen für die freiwillig verlängerte Pause finden sich – anders als etwa bei der Saunawelt im Sole-Felsen-Bad – nicht zwingend im Gesetzestext. Vielmehr fehlt nach Ansicht von Geschäftsführerin Julia Gaugusch-Prinz wegen des weltweiten „Lockdowns“ einfach das Filmmaterial, um ein Kino wirtschaftlich führen zu können. „Derzeit sind keine Filme verfügbar, die ich spielen könnte. Als weltweit erster Blockbuster wird Christopher Nolans ‚Tenet‘ erst für Mitte Juli angekündigt“, sagt sie. Nachsatz: „Ich hoffe, dass es zumindest dabei bleiben wird.“

In der Branche geistert der 1. Juli als geplanter Tag für den Neustart herum, dazu tendiert auch Gaugusch-Prinz. Das wären dann immer noch zwei Wochen, um den Betrieb wieder anlaufen zu lassen. Programmkinos in Ballungsräumen wollen bereits früher starten – freilich mit Material, das ein Kino in der Kleinstadt nicht auslasten kann.

Erneuerung der Tonanlage vor dem Neustart

„Wir möchten so rasch wie möglich öffnen, aber mit einem Programm, für das unser Kino steht. Ich werde alles so vorbereiten, dass wir ab Mitte Juni flexibel darauf reagieren könnten, falls ein großer Verleih einen Film vorzieht“, blickt Gaugusch-Prinz nach vorne. Vor Mitte Juni ginge ein „Hochfahren“ auch technisch nicht: Die Kinochefin hat angesichts der Coronapause eine Erneuerung der Tonanlagen in Gmünd und Zwettl veranlasst, die bis dahin vollzogen werden soll.