Schulden in Kirchberg wachsen. Kirchberg beschließt Rechnungsabschluss. Abgang: 266.000 Euro.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 23. Mai 2020 (05:35)
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In Kreisformation, mit reichlich Abstand und Masken auf dem Gesicht – der Kirchberger Gemeinderat gab bei seiner ersten Sitzung nach der Coronapause ein ungewohntes Bild ab. Dennoch sei alles weitgehend reibungslos verlaufen, berichtet Bürgermeister Karl Schützenhofer (ÖVP). Die kurze Tagesordnung wurde in einer guten Stunde abgearbeitet.

Größter Brocken war der Rechnungsabschluss 2019, der mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ beschlossen wurde. Das Budget umfasste 2,7 Millionen Euro im ordentlichen Haushalt, im außerordentlichen stehen 3,6 Millionen Euro an Einnahmen insgesamt 3,8 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber – was einen Abgang von 266.000 Euro bedeutet.

Schlussakkord für Ullrichser Dorfzentrum?

Darüber hinaus wurden in einem Nachtragsvoranschlag einige Darlehen, wie für die Renovierung der Marktplatzsäule, die Errichtung des Gehsteigs in Fromberg oder die Erstellung des Leitungskatasters, ins Budget eingearbeitet. „Die Darlehen haben auch förderungstechnische Gründe“, erklärt Schützenhofer. Auch dem Nachtragsvoranschlag entsagten „Wir für Kirchberg“-Mandatar Norbert Edinger und FPÖ-Gemeinderat David Böhm ihre Zustimmung.

Bürgermeister Karl Schützenhofer (ÖVP).
M. Köpf

Nach acht Jahren erfolgte nun auch der Schlussakkord für den Neubau des Feuerwehr- und Dorfgemeinschafthauses in Ullrichs. 2012 wurde das Projekt noch unter Bürgermeister Roland Benischek gestartet, beim Baubeginn 2014 war bereits Johann Panagl Bürgermeister, und schließlich beschäftigte das anfangs mit 560.000 Euro veranschlagte Projekt auch noch den seit 2015 im Amt befindlichen Ortschef Karl Schützenhofer. „Die Kostenvoranschläge waren alle einige Jahre alt. Wir haben damals aber die Kosten nicht mehr neu aufgerollt, sondern gleich die Aufträge vergeben. Deshalb sind jetzt einige Dinge teurer geworden“, erklärt Schützenhofer. „Zudem haben wir einiges an den neuen Stand der Technik angepasst.“ Unterm Strich kostete der Neubau um 180.000 Euro mehr, wofür das Darlehen benötigt wurde.

Edinger, der in der Vergangenheit mehrmals auf die hohen Kosten hinwies, stimmte gegen den Antrag. Warum, das wollte er auf NÖN-Nachfrage nicht offenlegen – ebenso wenig wie er erklären wollte, warum er sich bei der Annahme der Förderung für den Kanalbau Weißenalbern-Kirchberg seiner Stimme enthielt.