„Pandemisches“ zum Schmunzeln: Gmünder Stellner dabei. Red-Bull-Verlag bringt Sammlung mit 400 CoV-Karikaturen aus aller Welt – auch einer von Christian Stellner.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 27. November 2020 (05:11)
Der Gmünder Karikaturist Christian Stellner ist unter mehr als 170 Künstlern aus aller Welt im Buch „Pandemische Welt-Schau“ vertreten.
privat

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erreicht den Buchhandel am 26. November eine Neuerscheinung zu einem Thema, das heuer nicht nur Buchhändlern arg ins Geschäft gepfuscht hat: „Pandemische Welt-Schau“ nennt sich ein Buch, in dem Karikaturisten aus über 50 Nationen das Coronavirus aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten.

Unter mehr als 170 Künstlern – darunter Gerhard Haderer und Tex Rubinowitz – schaffte es auch der Gmünder Christian Stellner ins feine Panoptikum des Red-Bull-Literaturverlages Benevento.

Die Queen und der Playboy

Auf Vermittlung des Veranstalters des Karikaturfestivals Eurocature, an dem er wie berichtet mehrfach erfolgreich teilgenommen hatte, habe er eine Anfrage bekommen, sagt Christian Stellner.

Sein erstes und bislang einziges Werk zur Pandemie wurde schließlich auch in das 298 Seiten starke Buch aufgenommen.

Der Gmünder Karikaturist Christian Stellner ist unter mehr als 170 Künstlern aus aller Welt im Buch „Pandemische Welt-Schau“ vertreten.
privat

Zum Titel „Quarantäne auf Schloss Windsor“ zeigt es einen ungewöhnlichen „Einblick“ ins royale Wohnzimmer – mit einer gelangweilten Queen beim einsamen Würfeln und im Hintergrund einem von der Lektüre eines „Playboy“-Heftes sichtlich angetanen Prinz Philip.

Stellner hatte eine nächtliche Eingabe

Die Arbeit sei ungeplant entstanden, schmunzelt Stellner: „Mir kam während des ersten Lockdowns beim Einschlafen spontan die Idee, etwas sehr Kurioses, komplett Fiktionales zum Thema zu schaffen. Keine Ahnung, warum es gerade das Schloss Windsor traf.“

Die Anfrage für die Publikaktion unter mehr als 400 teils sehr kritischen, teils tragischen, teils schreiend skurrilen Werken wie dem von der Polizei gesicherten Klopapier-Paletteneinkauf oder dem Typen, der unter einem Berg an Lebensmittelvorräten als weiteres Pandemie-Opfer zugrunde geht, kam, als die Quarantäne-Karikatur des 46-Jährigen bereits fertig war.

Pandemische Selbsterfahrungen

Ob es Werke des Waldviertlers mit Faible für Stars aus Sport & Musik, der unter anderem im Stones-Fan-Museum vertreten ist, in absehbarer Zeit wieder in einer Ausstellung zu sehen gibt, das ist offen. Jetzt heiße es einmal, die Entwicklungen der Pandemie abzuwarten, sagt er.

Persönlich kam Christian Stellner just vor Veröffentlichung der „Pandemischen Welt-Schau“ auch persönlich in Kontakt mit dem Virus: Seine Lebensgefährtin ist erkrankt. Er selbst harrt nach negativem Testergebnis mit maximal möglichem Sicherheits-Abstand in der Heimquarantäne aus. Mal abwarten, inwieweit ihn die neuen Erfahrungen kreativ beflügeln…