Übertritts-Verbot: Soldaten schritten an Grenze ein. Tschechin (24) unerlaubt am Rückweg von Freund in Gmünd in ihre Heimat. Weil sie dann Quarantäne nicht einhielt, drohen ihr bis zu 720 Euro Strafe.

Von Alexandra Popel und Markus Lohninger. Erstellt am 24. März 2020 (16:49)
Grenzübertritte zwischen Österreich und Tschechien sind von tschechischer Seite nicht mehr vorgesehen (Bild: Gmünd-Bleyleben).
Markus Lohninger

Bevor von tschechischer Seite mit 26. März auch Berufspendlern nach Österreich oder Deutschland die tägliche Ein- und Ausreise untersagt ist, bekam eine 24-jährige Tschechin zu spüren, was die straffen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in der Praxis bedeuten. Einem Bericht auf www.seznamzpravy.cz zufolge wurde sie in der Vorwoche von Soldaten bei České Velenice an der Grenze angehalten. Sie habe ihren (nicht mehr erlaubten) Übertritt damit gerechtfertigt, bei ihrem Freund „hinter“ der Grenze gewesen zu sein. 

An eine daraufhin angeordnete Quarantäne habe sie sich nicht gehalten – sie sei von der Polizei im Auto gesichtet worden. Jetzt droht der Frau eine saftige Geldstrafe: Bei Missachtung der Vorschriften drohen Strafen bis zu 20.000 Kronen (etwa 720 Euro).

Vorgesehen ist in Tschechien mittlerweile neben eingeschränkter Bewegungsfreiheit unter anderem bereits ein Mundschutz außerhalb des Hauses, die Anwesenheit von Vätern bei der Geburt ist vorübergehend verboten. 

Die negative Nachricht nicht nur für Radler, Beauty- und Einkaufstouristen: Besserung ist nicht in Sicht. Die Grenzen sollen mit einigen Ausnahmen sogar für mindestens ein halbes Jahr geschlossen bleiben, wie Krisenstabs-Leiter Roman Prymula im Fernsehen sagte.