Verdächtiger war kein enger Freund. Kammerer-Mord / Mehr als acht Jahre nach Mord an Daniela Kammerer gab es die erste Festnahme. Weiterhin Betroffenheit in Pürbach.

Von Petra Suchy. Erstellt am 31. Dezember 2013 (23:59)
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Von Petra Suchy

PÜRBACH, INNSBRUCK / Im Mordfall Daniela Kammerer gibt es nach über acht Jahren die erste Verhaftung: Kurz vor Weihnachten nahmen die Beamten des Cold-Case-Managements des Bundeskriminalamts einen 29-jährigen Niederösterreicher am Flughafen Wien-Schwechat fest. Er wird nach dem Jahreswechsel in die Justizanstalt Innsbruck überstellt.

Der verdächtige Thomas B., der zuletzt in Australien lebte, gehörte 2005 dem Kollegenkreis der damals 19-Jährigen aus Pürbach (Gemeinde Schrems) an. Ihr Vater, Rudolf Kammerer, erinnert sich an ein Klassenfoto aller Teilnehmer ihres Studienlehrgangs. Ob er dem Verdächtigen beim Begräbnis begegnet ist, weiß er nicht mehr – ein ganzer Autobus voll Studienkollegen habe sich damals von seiner Tochter verabschiedet. „Er war jedenfalls keiner von Danielas engsten Freunden“, sagt er zur NÖN.

Hoffnung, dass „alles raus kommt“

Zu den aktuellen Entwicklungen will sich die Familie auf Anraten der Ermittler nicht äußern. Die Hoffnung, dass nun endlich „alles raus kommt“ ist da, wenngleich Rudolf Kammerer weiß, dass ihm auch die Gewissheit seine Daniela nicht zurückbringen kann.

Betroffenheit herrscht auch Jahre danach noch im Heimatort der Familie. „Die wiederaufgenommenen Ermittlungen, die neuen DNA-Spuren und natürlich die Verhaftung haben unseren Ort wieder aufgewühlt“, sagt Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais, selbst Bewohnerin des 245-Seelen-Dörfchens. „Viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, waren bestürzt, dass der Verdächtige vielleicht sogar bei Danielas Begräbnis gewesen sein könnte.“ Persönlich behält sie ein „total liebes und selbstsicheres Mädel“ in Erinnerung.

Betroffen von den Vorfällen zeigte sich auch Pürbachs Ortsvorsteherin Erika Zach: „Dass die Familie rund um Weihnachten wieder damit konfrontiert wurde, ist sehr traurig.“