Pokern um die Koalition in Bad Grosspertholz. ÖVP will Bürgermeister stellen, SPÖ und „Liste Pertholz“ halten alles offen.

Von Karin Pollak und Johannes Bode. Erstellt am 13. Februar 2020 (12:02)
Von links: Martina Sitz (ÖVP), Josef Scharinger (SPÖ) und Hermann Hahn jun. (Liste Pertholz aktiv)
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„Bitte warten“ heißt es noch bei der Bildung eines Gemeinderates in Bad Großpertholz. Von Sondierungsgesprächen zwischen ÖVP (8 Mandate), SPÖ (6) und „Pertholz aktiv“ (5) in dieser Woche erwartet man sich mehr Klarheit.

VP-Sitz: Gemeinde muss im Vordergrund stehen

VP-Bürgermeisterin Martina Sitz bestätigt geführte Sondierungsgespräche mit beiden Parteien. „Aufgrund der Mandatsverteilung wollen wir natürlich den Bürgermeister stellen“, so Sitz, die auf ein angenehmes Gesprächsklima in den Gesprächen verweist. „Das Ziel für die nächste Woche muss es sein, mit den Parteien eine Einigung zu erzielen. Dabei muss das Gesamtpaket passen, und an einen Strang gezogen werden“, betont Sitz. Wichtig sei der ÖVP, dass geplante Vorhaben gemeinsam umsetzt werden: „Das Wohl der Gemeinde muss im Vordergrund stehen.“

Auch parteiintern will man betreffend der Vergabe der geschäftsführenden Gemeinderatsmandate auf den Ausgang des Treffens mit der SPÖ warten. „Wir sind aber auch in Richtung Pertholz aktiv mit Hermann Hahn an der Spitze offen“, so Martina Sitz.

SP wartet auf Angebot

Die SPÖ mit Parteichef Josef Scharinger sagte vor einem Treffen mit der VP am Dienstagabend (nach NÖN-Redaktionsschluss) noch nichts: „Wir müssen uns überraschen lassen, was uns von der ÖVP angeboten wird. Wir wissen noch nicht einmal, wie das Personal der ÖVP ausschaut“, so Scharinger. Nach dem Treffen mit der ÖVP rechnet er mit einem weiteren Treffen mit „Pertholz aktiv“.

Auch Hahn wartet

Auch Hermann Hahn von „Pertholz aktiv“ wartet geduldig zu: „Ich bin zuversichtlich, dass wir nächste Woche einen Gemeinderat präsentieren können. Die erste Verhandlungsrunde mit ÖVP und SPÖ ist erledigt, nach dem Treffen von ÖVP und SPÖ sollten wir wieder kontaktiert werden.“ Bei der Reihung der Liste sei alles klar: Neben Hahn sollen Gerhard Prinz, Wilhelm Marek, Karl Gattringer und Christoph Forstner in den Gemeinderat einziehen.

Die Nervosität steigt

Steigende Spannung und Nervosität sei in der Gemeinde rund um den Ausgang der Verhandlungen allgegenwärtig spürbar, sagt Hahn. „Einerseits sorgen solch skurrile Aktionen, wie die plötzliche Distanzierung von Kurhaus-Chef Edmund Kitzler von jeglicher Parteipolitik via NÖN allgemein für Schmunzeln“, so Hahn: „Andererseits sind es gerade die gezielt gestreuten Schauermärchen, was denn nun alles von Landesseite nicht mehr kommen werde, wenn eine gewisse Partei nicht mehr den Ton angeben sollte, welche in der Bevölkerung teilweise für Verunsicherung sorgen.“

Verständlich sei, dass bei manchem Wahlverlierer die Nerven blank liegen, zumal es teilweise auch um rein finanzielle Sorgen um das persönliche Einkommen gehe. Dennoch mahnt Hermann Hahn: „Ich finde eine künstliche Panik mache wenig seriös.“