Schremser Starmania-Kandidatin: „Cool und entspannt“. Die 17-jährige Schremserin Victoria Naglmair tritt am Freitag in der ersten Runde von Österreichs größter Gesangs-Castingshow an. Nervös ist sie nicht.

Von Nikolai Dangl. Erstellt am 25. Februar 2021 (05:14)
Victoria Naglmair
zVg

NÖN: Am Freitag geht’s für Dich in der ersten Show von „Starmania 21“ los – nervös?

Victoria Naglmair: Jetzt bin ich noch gar nicht nervös. Ich glaube, das kommt dann erst kurz vor dem Auftritt, weil’s halt doch live ist.

Warum nicht nervös? Immerhin werden Deinen Auftritt über eine Million Menschen verfolgen.

Naglmair: Weil ich eigentlich bei Auftritten immer ziemlich cool und entspannt bin.

Warum hast Du Dich für „Starmania 21“ beworben?

Naglmair: Ich habe mir gedacht: ‚Das wäre eine gute Chance, dass ich wieder vor Publikum singen oder auf einer Bühne stehen darf.‘ Und dann habe ich eine E-Mail bekommen, mit einer Einladung für den Recall. Eine Woche danach kam die Info, dass ich bei den Live-Shows dabei bin. Von der Anmeldung habe ich niemanden erzählt – nicht einmal meinen Eltern.

Mit welchen Songs hast Du Dich beworben?

Naglmair: Ich habe ein selbstkomponiertes Lied eingeschickt mit dem Titel „Friends“. Und eine Interpretation von „Weiße Pferde“ von Georg Danzer.

„Starmania“ ist trotz zwölfjähriger Pause keine unbekannte Show. Du wurdest erst kurz nach der ersten Staffel geboren. Was verbindet Dich denn bisher mit dieser Castingshow?

Naglmair: Ich weiß beispielsweise, dass Christina Stürmer bei der ersten Staffel Zweite wurde, dann einen Mega-Erfolg hatte und auch heute eine sehr bekannte Musikerin ist.

Hattest Du bei Deiner Bewerbung ebenfalls den Traum vom großen Durchbruch im Kopf?

Naglmair: Wenn man dort die ganzen Fotoshootings und Interviews absolviert oder in der Maske sitzt, dann fühlt man sich ohnehin schon wie ein kleiner Star (lacht).

Wie haben Deine Eltern, Freunde und Schulkollegen reagiert?

Naglmair: Ich glaube, meine Mutter ist nervöser als ich (lacht). Mein Vater war sehr stolz. Meine Freunde und Schulkollegen unterstützen mich sehr und sind auch voll dabei. Das ist sehr cool.

Du singst, spielst Gitarre und Klavier. Wie bist Du zur Musik gekommen? Kommst Du aus einer musikalischen Familie?

Naglmair: Meine Eltern spielen keine Instrumente. Deswegen ist es auch witzig, dass ich mich mit der Musik so verbunden fühle. Das einschneidende Erlebnis, wo ich wusste ‚Jetzt will ich auf der Bühne stehen‘, war, als ich im Gmünder Palmenhaus bei einer Musiksession spielte und erstmals live vor Publikum sang. Meine Mutter war damals total erstaunt, dass ich singen kann, weil es keiner wusste. Allen Musikern dort hat es gut gefallen. Ich war damals 14 Jahre alt.

Nimmst Du noch Unterricht oder bist Du schon darüber hinausgewachsen?

Naglmair: Gesangsunterricht hatte ich nie. Klavierunterricht habe ich nicht mehr, den hatte ich sechs Jahre. Gitarrenunterricht nehme ich jetzt im fünften Jahr.

Wie lernt man ohne Gesangsunterricht eigentlich „Starmania-reif“ zu singen ?

Naglmair: Ich mache das immer nach Gefühl. Ich habe in meinem Keller ein Musikzimmer. Dort höre ich mir Lieder an. Wenn ich eins öfter gehört habe, dann kann ich es auch. Ich versuche immer, meine eigene Version der Lieder zu machen.

Wo siehst Du Deine Stärken oder Schwächen?

Naglmair: Meine Stärken sind sicher, dass ich eine ziemlich kräftige Stimme habe und dass man merkt, dass es mir auf der Bühne sehr gefällt. Meine Schwäche ist, dass ich sehr perfektionistisch bin.

Hast Du ein Vorbild?

Naglmair: Mein Vorbild ist Alicia Keys, eine Soul- und R´n´B-Sängerin. Vor allem ihre Persönlichkeit gefällt mir sehr.

Du bist seit 2019 Leadsängerin der Band „Acoustic Avenue“. Wie kam’s dazu?

Naglmair: Mein Gitarrenlehrer Florian Weiß meinte, dass wir einmal etwas anderes machen sollten. Nicht im klassischen Band-Sinn, sondern mehr akustisch, unplugged und gemütlich. Dann hat sich noch Gerold Weißenböck dazugetan, und seitdem gibt es „Acoustic Avenue“.

In welchen Genres verkehrt die Band?

Naglmair: Wir interpretieren sehr bekannte Lieder neu, meistens funky, groovig, poppig.

Wie sieht denn nun Dein aktueller Tagesablauf aus? Wie bereitest Du Dich auf die erste Liveshow vor?

Naglmair: Ich bin schon seit Samstag in Wien. Es gibt zum Beispiel Vocal-Coachings oder eine Art Bühnen-Coaching, wo Choreographien trainiert werden. Es werden Interviews gemacht und gewisse Dinge für die Show vorbereitet.

Das heißt, es wird eine reine Gesangsshow ?

Naglmair: Genau. Das ist sehr ungewohnt für mich, da ich immer mit Gitarre oder Klavier auf der Bühne bin.

Aber ist es nicht leichter, wenn Du Dich nur auf eine Sache fokussieren musst?

Naglmair: Für mich nicht. Ich bin es schon anders gewohnt. Das gehört irgendwie schon zu mir.

Der Zeitplan ist also sehr voll. Aktuell besuchst Du die achte Klasse des Gymnasiums Gmünd, maturierst heuer. Wie organisierst Du das alles? Vor allem: Wenn Du weiterkommst und immer schon etwa eine Woche vor Show-Beginn in Wien sein musst?

Naglmair: Ich bin eine relativ gute Schülerin und deswegen ist das auch kein Problem. Das lässt sich alles sehr gut managen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird kein Publikum vor Ort sein. Findest Du das schade, oder nimmt Dir das einen Teil der Nervosität vor dem Auftritt?

Naglmair: Ich finde es sehr schade, dass niemand dabei sein kann, auch nicht Freunde und Familie. Das gibt einem einen Kick, wenn man auf der Bühne steht und die Leute jubeln sieht. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass ich dann vor der Show weniger nervös bin, da ich einfach die vielen Leute nicht vor mir habe.

Mit welchem Song wirst Du an den Start gehen?

Naglmair: Ich singe „Piece of My Heart“ von Janis Joplin.

Du hast trotz kurzer Karriere bereits einige Wettbewerbe gewonnen. Zuletzt den NÖ-Landes-, in der Folge den österreichischen Bundeswettbewerb in der Kategorie Singer/Songwriter und den Wettbewerb des NÖ-Kulturforums. Welcher Titel war für Dich der wichtigste?

Naglmair: Welcher der wichtigste war, kann ich nicht sagen, aber beim Bundeswettbewerb saß Stephan Maass in der Jury, der mit Georg Danzer zusammenarbeitete. Ich habe die „Weißen Pferde“ von Danzer interpretiert. Er sagte zu mir, dass Danzer mein Cover sehr gut gefallen hätte. Das hat mich sehr gefreut.

Gesellt sich zu den Titeln bald ein Starmania-Sieg?

Naglmair: Es wird kein Leichtes, dort weiterzukommen. Ich werde mein Bestes geben. Alleine die Erfahrung, die ich dort mache, ist sehr viel wert.