Trauer um „großen Schremser“ Walter Hendl. Pädagoge, Bezirksschulinspektor in Waidhofen, Gewerkschafter, Stadtpolitiker, Jugendrotkreuz- und Imker-Chef, Fußball- und Verschönerungsvereins-Funktionär: Walter Hendl (91) wurde am 10. Jänner beigesetzt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 11. Januar 2020 (22:09)
Erst im November wurde Walter Hendl (Bildmitte) zum 90er gratuliert. Am 10. Jänner musste er am Schremser Stadtfriedhof nach seinem überraschenden Ableben zur letzten Ruhe geleitet werden.
Foto: Archiv

Noch im November hatte sich die NÖN anlässlich seines bevorstehenden 90. Geburtstages mit dem extrem vielseitigen Wirken des Waidhofner Bezirksschulinspektors in Ruhe Walter Hendl befasst. Zum Jahreswechsel verstarb der allseits geschätzte Schremser unerwartet, am 10. Jänner wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am Stadtfriedhof beigesetzt.

SP-Bürgermeister Karl Harrer bezeichnete den früheren VP-Klubobmann dabei als „wertvollen Menschen mit Handschlag-Qualität über die Parteigrenzen hinaus“, Hendl sei „ein großer Schremser“ und „mit Leib und Seele Lehrer, Direktor, Bezirksschulinspektor und Gewerkschafter“ gewesen.

Im November 1929 in Hoheneich geboren, absolvierte Walter Hendl in Znaim und Wien die Ausbildung zum Lehrer. 1974 wurde er zum Leiter der Polytechnischen Schule, 1984 der Hauptschule in Gmünd. 1986 wurde er Bezirksschulinspektor für Waidhofen.

Für Verdienste mit Ehrenring ausgezeichnet

Parallel unterrichtete er nicht nur an der Berufsschule, sondern brachte sich auch intensiv ins politische und gesellschaftliche Leben ein. 1972 wurde er Gemeinderat, kurz darauf Stadtrat, 1980 auch Klubchef in der Schremser Volkspartei. 1985 wurde Hendl vom Gemeinderat auch mit der Geschäftsführung der damals neu errichteten Schremser Stadthalle betraut. Neben Bereichen wie Schul-, Sport-, Umwelt-, Gesundheits- und Finanzwesen war ihm besonders auch die Ortsverschönerung ein Anliegen – unter seiner politischen Zuständigkeit wurde die Granitstadt im Rahmen der Blumenschmuck-Aktion zur „schönsten Stadt Niederösterreichs“ gewählt. Dem Verschönerungsverein war er bis zuletzt als Funktionär verbunden.

Für seine Verdienste um die Stadt wurde Hendl 1990 mit der Verleihung des Ehrenringes gewürdigt – als erst vierter Gemeindebürger. Er war unter anderem Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland NÖ, der Ehrennadel in Gold der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, des Ehrendiploms der VPNÖ, der Silbernen Ehrenplakette für Verdienste um die NÖ Pflichtschullehrerschaft oder, bis 1993 Bezirksleiter des Jugendrotkreuzes Waidhofen gewesen, der Silbermedaille des Roten Kreuzes. Der begeisterte Imker – einst auch Obmann der Schremser Bienenzüchter – hatte sich auch intensiv um den Nachwuchs-Fußball bemüht, dafür wurde er mit dem Ehrenzeichen in Silber-Gold des NÖ Fußballverbandes ausgezeichnet.