Zubauten statt Neubau in Moorbad Harbach. Zwei Gebäude erhalten Zubau, bei Volksschule ist man „bereits in Zugzwang“, so Margit Göll.

Von Karin Pollak. Erstellt am 15. Juni 2021 (15:39)

Volksschule und Gemeindeamt von Moorbad Harbach sind in die Jahre gekommen, bieten zu wenig Platz und gehören adaptiert. Nach längeren Überlegungen sprach sich die Gemeindeführung gegen Neubauten aus, beide Objekte werden saniert und erhalten einen Zubau. Investiert werden insgesamt 2,35 Mio. Euro für beide Projekte.

„Bei der Volksschule sind wir im Zugzwang. Seitens der Landeskommission wurde Anfang 2020 ein massiver Raumfehlbestand festgestellt. Wir müssen reagieren“, betont Bürgermeisterin Margit Göll. Um dem entgegenzuwirken, wird ein 200 m 2 großer Zubau mit eigenem Eingang zwischen Gemeindeamt und Schule geschaffen. Hier werden ein 60 m 2 großer Turnsaal mit Nebenräumen, Garderoben, ein Lehrerzimmer und die Direktion Platz finden. Der Bau erhält auch eine Photovoltaikanlage. Das Schulgebäude mit den beiden Klassen wird saniert und die Raumaufteilung etwas geändert. Es sollen auch neue Möbel angeschafft werden. Einen Außenbereich werde es trotz des Zubaues weiter geben, betont Göll:„Wir bekommen einen Teil des angrenzenden Grundstückes. Bewegung im Freien ist für die Kinder sehr wichtig.“

Kostengrenze: 1,5 Millionen Euro

„Bei den Kosten müssen wir uns an die Vorgaben des Landes halten, um Förderungen zu bekommen. 1,5 Mio. Euro brutto sind förderfähig, das werden wir einhalten“, meint Göll. Für diese „Investition in die Zukunft“ werden Förderungen unter anderem aus Schul- und Kindergarten-Fonds und Finanzsonderaktion geltend gemacht – das erklärt Vizebürgermeister und Finanzreferent Roman Prager.

Die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes soll in den Sommerferien 2022 durchgeführt werden. Der Zubau, der den Schulbetrieb nicht beeinträchtigen wird, wird nächstes Jahr umgesetzt.

Das seit 1971 bestehende Amtshaus, das vor der Gemeindezusammenlegung von Feuerwehr, Raiba und Post genützt war und auch Wohnungen untergebracht hatte, bleibt – wird aber saniert, modernisiert und mit einer Rampe versehen. Während dieser Arbeiten sollen Gemeindemitarbeiter in den Steinbrunner-Hof übersiedeln. „Eine Containerlösung wäre zu teuer. Im Steinbrunner-Hof brauchen wir nur ein paar zusätzliche Öfen aufstellen“, erklärt Margit Göll. Probleme mit dem alten Gebäude gebe es einige. Unter anderem lasse der feuchte Keller keine Lagerung von Tourismusfoldern zu, die auch im Obergeschoß eine zu große Belastung für die Decke darstellen. „Als Tourismusgemeinde benötigen wir aber viele Folder“, so Göll.

Neues Tourismus-Büro soll kommen

Das Haus werde innen generalsaniert – vom feuchten Keller bis zum Dach – und außen thermisch saniert. Die freigewordene Wohnung im Obergeschoß wird ins Gemeindeamt integriert, damit kann der erforderliche Platzbedarf erfüllt werden. Es wird ein getrenntes Bürgerbüro installiert, ebenso ein Tourismusbüro, dass es bisher nicht gab. Der Sitzungssaal wird bleiben, im Obergeschoß wird eine Aula mit Sozialräumen und Küche geschaffen, die auch Vereine nützen können. Dazu ist auch ein eigener Eingang zum Sitzungssaal geplant. Beim Eingang kommt eine Rampe und im hinteren Gebäudebereich ein Schacht, in dem im Laufe der Zeit ein Lift eingebaut werden soll.

Für diese Sanierungsarbeiten, die zwischen neun und zwölf Monate andauern sollen, beginnen heuer die Vorarbeiten, 2022 soll gebaut werden. Auch dabei wird auf die „Förderfähigkeit“ geachtet. „Wir haben vom Land die Zusage, dass wir für Gesamtkosten von 850.000 Euro Förderungen erhalten“, sagt Vizebürgermeister Prager. Diese sollen über Bedarfszuweisungen und Zuschüsse aus der Finanzsonderaktion fließen. Die Planung für die Projekte übernahm das Planungsbüro Schwingenschlögl aus Gmünd. Beide werden jetzt ausgeschrieben.