Jürgen Braunstein als Experte gefragt

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
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Jürgen Braunstein ist ein gefragter Ökonom in den USA. Foto: privat
Foto: NOEN
Pürbacher Jürgen Braunstein forscht in Harvard. Nun erhält er den „ASciNA-Award“.
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Vom Tourismusschüler zum gefragten Ökonomen in den USA: Diesen Karrieresprung legte der heute 38-jährige Pürbacher Jürgen Braunstein hin. Am 22. Juni wird ihm der „ASciNA-Award“ (siehe Infos unten) verliehen.

Mit seiner Publikation „Capital Choices: Sectoral Politics and the Variation of Sovereign Wealth in a Post-Covid-19 Environment“ will er Geschäfts- und Finanzorganisationen sowie politischen Entscheidungsträgern Lektionen zur Schaffung eines Staatsfonds bieten.

Tür an Tür mit Ban Ki-moon

Der Sohn des Wirte-Ehepaares Franz und Monika forscht seit 2017 an der Harvard University in Cambridge Massachusetts und gehört einer Task Force an, deren Expertisen bei den G20- Gipfeln berücksichtigt werden. „Mein Büronachbar war der ehemalige Generalsekretär der UNO Ban Ki-moon“, erzählt Braunstein, der es auch mit Sigmar Gabriel oder Henry Kissinger zu tun hatte.

Dass Jürgen Braunstein diesen Weg einschlagen wird, war eigentlich nicht geplant. Nach der Volks- und Hauptschule in Schrems absolvierte er die Tourismusschule in Krems, wo er 2003 maturiert hat. Danach zog es ihn ins Ausland, er arbeitete in einem Hotel in London sowie im Top-Lokal „Daniel“ in New York. „Ich war im Hotel- und Gastronomiebereich gut unterwegs. Erst als mich meine damalige Freundin gefragt hat, warum ich nicht studiere, habe ich mir darüber Gedanken gemacht“, sagt Braunstein.

Diesen Gedanken setzte er in Wien um und studierte Politikwissenschaft: „Das war ein Zufall, es hätte auch eine andere Richtung werden können.“ 2009 war der Pürbacher Magister, er schloss sein Studium summa cum laude ab. Ein Auslandsstipendium in Australien sei dann sein Input gewesen, das Studium fortzusetzen.

Er machte 2016 in London sein Doktorrat und leitete an der London School of Economics and Political Science ein Projekt für die Initiative der New Climate Economy unter dem ehemaligen mexikanischen Präsidenten Calderón und dem ehemaligen Weltbank-Chefökonom Stern. „Es wurde durchleuchtet, wie man eine grüne Infrastruktur in den Städten finanzieren kann“, erklärt Braunstein, der dabei mit hochrangigen Vertretern der OECD, der Weltbank, der Deutschen Bank und Siemens gesprochen hat.

Expertisen sind auch in der Schweiz gefragt

2017 kam er an die Harvard University in Cambridge (USA) als Forscher. Vor allem in Schweizer Medien sind seine Expertisen gefragt. Denn: „In der Schweiz wird oft über Staatsfonds debattiert“, sagt er.

Dass er nun den ASciNA-Award erhalten wird, sei für ihn eine große Ehre, sagt Braunstein: „Ich habe in meine Publikation viel Arbeit gesteckt, dieser Award bestätigt die Qualität, und das ist eine schöne Anerkennung.“ Empfehlungen gab es übrigens von Larry Summers, dem ehemaligen Finanzminister der USA.

Jürgen Braunstein wird nur noch wenige Wochen in den USA arbeiten, im August wechselt er an die Wirtschaftsuni in Wien. „Da geht es um grüne Finanzplätze“, verrät er. Seine Eltern besucht er gerne – und schwingt dann im Gasthaus den Kochlöffel. Immerhin ist der Politikwissenschaftler auch gelernter Koch.

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