Ortschef Alois Strondl: „Es gibt keinen Stillstand“. Seit 21 Jahren ist Alois Strondl Bürgermeister in Waldenstein. Anlässlich seines 60. Geburtstages spricht er über sein Wirken.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. Februar 2021 (04:13)
Alois Strondl ist seit 2000 Bürgermeister und seit 2018 Ehrenbürger von Waldenstein.
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NÖN: Sie wurden im Jahr 2000 zum Bürgermeister von Waldenstein gewählt und sind seither im Amt. In der Vorwoche feierten Sie Ihren 60. Geburtstag. Beruflich sind Sie als stellvertretender Bezirkspolizeikommandant in Gmünd auch gefordert. Woher nehmen Sie die Motivation?

Alois Strondl: Das Amt des Bürgermeisters macht mir nach wie vor einfach Spaß. Wenn die Freude da ist, fällt alles viel leichter, das trifft in allen Lebensbereichen zu. Ja, die Zeit läuft, dass ich solange im Amt bleibe, war nicht abzusehen. Bei meiner ersten Wahl zum Bürgermeister erhielt ich von meiner Gattin für fünf Jahre die Erlaubnis (lacht).

In den 21 Jahren ist viel passiert. Worauf sind Sie besonders stolz?

Strondl: Die Entwicklungen waren enorm, da vergisst man vieles. Wenn man in einer Mußestunde Akten durchblättert, dann erinnert man sich an Maßnahmen, die umgesetzt worden sind und zur Weiterentwicklung der Gemeinde beigetragen haben. Es ist schön, wenn man an führender Stelle in einer Gemeinde dabei sein kann und die Entwicklung mitgestalten darf. Ich schaue mit Freude und auch ein wenig Stolz zurück. Es ist auch etwas Frust dabei, denn einiges ist auch nicht so gelungen oder hat nicht allen gefallen. Aber man kann nicht immer und überall gut dastehen. Wichtig war und ist mir, geradlinig zu bleiben und sich für alle und jedem mit gleichem Engagement einzusetzen. Das habe ich immer versucht und anscheinend bin ich gut damit gefahren. Stolz bin ich auf den sehr guten Zusammenhalt zwischen der Gemeinde, der Bevölkerung und den Vereinen. Das ist die Grundlage für den erfolgreichen Weg unserer Gemeinde.

Die Gemeinde Waldenstein verzeichnet seit Jahren keinen Bevölkerungsrückgang. Im Gegenteil, es wird eifrig gebaut. Worauf führen Sie diesen Trend zurück?

Strondl: Natürlich profitieren wir von der Nähe zu Gmünd und Schrems, wo es viele Arbeitsplätze gibt. Aber wir tun auch einiges, um jungen Familien adäquate Bauplätze und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen zu können. Durch die engagierten Vereine, Mandatare und auch Bewohner brauchen wir keinen Bauhof. Die Mittel, die wir uns dadurch ersparen, können wir für Projekte nutzen, die wiederum den Bürgern zugutekommen.

Corona hat seit einem Jahr das Leben aller auf den Kopf gestellt. Wie geht es Ihnen damit?

Strondl: Durch Corona ist die Arbeit nicht weniger geworden, im Gegenteil. Neben dem normalen Tagesgeschäft sind fast täglich neue Entscheidungen zu treffen und es gibt immer etwas zu organisieren. Aber auch hier helfen alle zusammen. Das habe ich selber erfahren dürfen. Meine Gattin und ich waren an Covid-19 erkrankt und das ziemlich schwer. In dieser Zeit haben uns sehr viele Hilfe angeboten. Das war eine schöne Erfahrung. Der direkte Kontakt zu den Bürgern fehlt mir sehr. Es fehlt einfach das Dorf- und das Vereinsleben. Ob das so wie vor Corona werden wird, weiß ich nicht.

Wie schaut es mit neuen Projekten in der Gemeinde aus?

Strondl: Derzeit sind wir damit beschäftigt, rund 2,5 Hektar neues Bauland mit der notwendigen Infrastruktur in Waldenstein zu schaffen. Die Nachfrage ist ja da. In ein bis zwei Jahren wollen wir für neues Bauland in Albrechts sorgen. Außerdem haben wir heuer vor, nach Albrechts auch bei anderen Feuerwehrhäusern Photovoltaik-Anlagen zu installieren. Es gibt also keinen Stillstand.

Wie schauen Ihre persönlichen Pläne aus?

Strondl: Ich werde mit Oktober als Polizeibeamter in Pension gehen. Als Bürgermeister kann ich nur so viel sagen, als dass ich dieses Amt sicherlich nicht mehr solange ausüben werde, wie ich es schon innegehabt habe. Als sechsfacher Großvater ist meine Freizeit gut genützt.