Franz-Josefs-Bahn: Leidvolle Not mit der Notdurft. Ärger wegen gesperrter Klos auf Tour Wien-Gmünd. ÖBB spricht von Störung.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. Februar 2020 (13:00)
Blöde Erfahrung auf der „Franzlbahn“: Sitzen vor fix verschlossener Klotür.
NOEN

Not mit der Notdurft für Reisende der Franz-Josefs-Bahn: Eine Woche, nachdem sich schon ihre Schwester wegen fix versperrter Klotüren zwei Stunden lang von Wien nach Gmünd gequält habe, sei es ihr am Vormittag des 1. Februar genauso ergangen, klagt Isolde Unger.

Pinkelpause in Schwarzenau?

„Da auch eine alte Dame in der Not war und kein Schaffner zu fragen war, klopfte ich dem Lokführer“, berichtet die Wienerin, die regelmäßig per Bahn und Bus ihre Mutter in Langschlag besucht. Der habe ihr keine Erklärung geben können, aber angeboten, den Halt in Schwarzenau für eine Klopause zu verlängern. Die ältere Dame habe ablehnen müssen, „das Gehen machte ihr Probleme“. Unger stieg nicht aus, weil sie fürchtete, wegen einer Verzögerung den Anschluss in Gmünd zu versäumen: Die Zeit zum Umsteigen in den Bus ins noch einmal 45 Minuten ferne Langschlag sei eng kalkuliert, vorm Bahnhofsklo in Gmünd habe sich wie erwartet eine lange Schlange gebildet.

FJB „immer unattraktiver“

„In welchem Zeitalter leben wir? Geld für Stecker zum Aufladen und Bildschirme, auf denen uns erklärt wird, wie wir uns verhalten sollen, ist da, aber für ein Grundbedürfnis nicht“, klagt Isolde Unger. Sie habe sich bei den ÖBB mehrmals erfolglos beschwert: Für Bahnreisende werde der Weg ins Waldviertel immer unattraktiver, der direktere Weg Wien-Krems-Zwettl-Langschlag sei wegen bis zu einer Stunde Wartezeit in Zwettl auch kaum mehr eine Alternative.

Störung im Wassertank

Für die ÖBB hält Karl Leitner fest, die Sperre am 1. Februar sei wegen einer Störung im Wassertank nötig geworden, die vom Triebfahrzeugführer und Bordrechner erkannt und gemeldet worden sei. Der Cityjet sei im Einsatz belassen worden, um Zugausfälle zu vermeiden. Leitner: „Wir bedauern, dass es dadurch zu einer Verärgerung bei einigen Fahrgästen gekommen ist.“

Die Störung sei mittlerweile begutachtet und befinde sich in der Behebung. Leitner betont, dass bis auf die Triebwagen der Serie 5047 alle Nahverkehrszüge mit Toiletten ausgestattet sind und im Vorjahr 97,3 Prozent verfügbar waren. Die Zufriedenheit der Kunden habe sich dank Verbesserungen auch im VCÖ-Bahntest nachweislich erhöht.