Leyrer+Graf: Fast komplette Belegschaft in Kurzarbeit. Kein völliger Stillstand, aber durch Covid-19 auch keine Arbeit im gewohnten Ausmaß: Die Unternehmensgruppe Leyrer+Graf mit Sitz in Gmünd, gemessen an Mitarbeitern der größte Betrieb des Waldviertels, meldete 97,5 Prozent der in Spitzenzeiten 2.400-köpfigen Belegschaft zur Kurzarbeit an.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 30. März 2020 (12:49)
CEO Stefan Graf: „Unser vorrangiges Ziel ist es, dass alle Arbeitsplätze trotz der Krise aufrechtherhalten bleiben.“
Leyrer + Graf

„Unser vorrangiges Ziel ist es, dass alle Arbeitsplätze trotz der Krise aufrechtherhalten bleiben“, sagt CEO Stefan Graf. Zugleich gelte es, die Sorgen um die eigenen Familien und um sich selbst ernst zu nehmen, sich in dieser herausfordernden Zeit neu zu orientieren, neue Ziele zu stecken und neue Gleichgewichte in Interessenslagen zu finden.

Die Bautätigkeit werde unter Einhaltung sozialpartnerschaftlich ausverhandelter und durch die Regierung verordneter Schutzmaßnahmen laufend wieder aufgenommen, wenn auch innerhalb der nächsten Wochen nicht von voller Bauproduktion ausgegangen wird. Daher wurden jene Mitarbeiter, für die vorerst keine volle Beschäftigung möglich ist, in Abstimmung mit dem Betriebsrat für drei Monate zu Kurzarbeit angemeldet.

Atemschutzmasken auf der Baustelle. CEO Graf spricht insgesamt von einer „sehr guten Lösung“, denn: „Ein totaler Stillstand wäre fatal gewesen.“ Die erarbeitete Handlungsanleitung sieht unter anderem Maßnahmen im Fall der Unterschreitung des Sicherheitsabstandes von mindestens einem Meter auf der Baustelle vor, etwa den Einsatz von Atemschutzmasken, außerdem die regelmäßige Desinfektion von Maschinen und Werkzeugen, Trennung von Arbeits- und Aufenthaltsbereichen, die zeitliche Staffelung von Arbeiten sowie Regelungen für An- und Abtransporte zu Baustellen mit minimierten Personenzahlen. 

„Gesundheit und Schutz der Mitarbeiter höchste Priorität“ Leyrer+Graf habe sich von Anfang an so organisiert, dass unter solchen Rahmenbedingungen der Baustellenbetrieb sukzessive wieder aufgenommen werden könne, sagt Stefan Graf: „Die Prüfung, ob und bei welchen Baustellen die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden können, ist bereits erfolgt. Selbstverständlich hat die Gesundheit und der Schutz unserer Mitarbeiter nach wie vor höchste Priorität.“ 

Mit den Auftraggebern werde „individuell und gewohnt partnerschaftlich“ die weitere Vorgehensweise – abhängig von Möglichkeiten, die Handlungsanweisung umzusetzen – besprochen.