Nicht nur Freude über neuen Fahrplan. Gestrichene Busse, potenzielle Mehrkosten, Komforteinbußen durch Umstiege: VOR stellt sich der Fahrgäste-Kritik.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 14. August 2019 (04:01)
VOR-Bollwein
Die von Landesrat Ludwig Schleritzko und VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll präsentierten Pläne stoßen nicht nur auf Lob. 

Bereits in der Woche nach Inkrafttreten der lange angekündigten, neuen Busfahrpläne mit 160 neuen Bussen setzte es für die Entscheidungsträger nicht nur Lob, sondern auch einige negative Reaktionen. Die NÖN greift einige der eingetrudelten Anregungen und Kritikpunkte auf.

Änderungen bei Litschau-Tour

Unverständnis herrscht vor allem über die Verbindung des nordwestlichen Waldviertels mit Wien. Der Direktbus vom Praterstern über Heidenreichstein nach Litschau wurde wie berichtet nicht gestrichen, aber: Die Taktung wurde geändert, alternativ gibt es jetzt eine Abstimmung von Bus und Franz-Josefs-Bahn mit Umstieg in Göpfritz.

So wurde der Freitagabend-Bus um 18.30 Uhr ab Wien Praterstern in Richtung Litschau eingestellt, stattdessen kann um 18.16 Uhr am Franz-Josefs-Bahnhof die Bahn genommen werden und in Göpfritz in den Bus Richtung Litschau umgestiegen werden. Eingestellt wurde auch der Direktbus samstagmittags. Auch hier bleibt als Alternative nur die Bus-Bahn-Kombi.

Georg Huemer, Pressesprecher im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) hält die Kombination, eingebettet in ein „intelligentes Gesamtsystem“, an sich für die Zukunft, „die Anbindung der Busse an die Bahn gehört da dazu.“ Die Umstiegszeit von meist sechs Minuten in Göpfritz entspreche dem Standard, so Huemer. Meldungen über diesbezügliche Probleme werde man ernst nehmen, dementsprechend reagieren. Der Bus müsse in dem Fall auf die Bahn warten.

Umsteigen ist teurer

Die Kombination von Bus und Bahn wird nicht nur kritisiert, weil es einen Komfortverlust durch die Fahrtunterbrechung wegen des Umsteigens bei Wind und Wetter gibt, sondern auch wegen potenzieller Mehrkosten: Ein Hin- und Retourticket für den Bus zwischen Heidenreichstein und Wien habe man vor dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans um etwa 30 Euro beim Busfahrer bekommen, schreibt eine NÖN-Leserin.

Diese Option gibt es allerdings nur für die Direktverbindung, bei der Kombination mit der Bahn besteht sie nicht.

Gefahr: Ticket ohne Gegenleistung

Problematisch wird es vor allem dann, wenn bei der Fahrt von Litschau nach Wien das vergünstigte Hin- und Retourticket für die Busdirektverbindung gekauft wurde, der letzte Direktbus am Freitag aber nicht mehr erreicht wird.

Dann kann nämlich das bereits gekaufte Hin- und Retourticket mangels Direktbus am Freitag und auch am Samstag gar nicht genutzt werden, der Kunde muss ein neues Ticket für die Bahn-Bus-Kombination erwerben.

Abfahrt vom FJ-Bahnhof

Die Abfahrt vom Franz-Josefs-Bahnhof anstatt vom Praterstern greift freilich in Pendler-Gewohnheiten ein, zumal der FJB vergleichsweise schlecht ans Wiener Netz angebunden ist und die Waggons bei den besser gelegenen Halten in Spittelau und Heiligenstadt oft schon heillos überfüllt sind.

Man habe die Auswirkungen der Abfahrt mit dem Zug vor der Fahrplanumstellung evaluiert, betont Huemer: „Wir haben jeden Fahrgast der Direkt-Busverbindung befragt, zu welchem Ziel er in Wien muss.“ Für den Großteil der Fahrgäste ergebe das keine Nachteile.

Einzelne Verbindungen fielen weg

Von anderer Seite gibt es Beschwerden, die den Wegfall einer Bus-Morgenverbindung für Zwettl–Vitis betreffen. Huemer lässt dazu wissen: „Zwettl–Vitis ist eine klassische Verbindung mit einer nun engeren, sogar stündlichen, Taktung. Von da haben wir sonst noch keine Beschwerden gehört. Wir können den Fahrplan aber nicht auf jeden Einzelnen abstimmen.“

Keine Busse Gmünd-Horn

Auf die Frage zur immer noch fehlenden Direkt-Busverbindung von Horn nach Gmünd verweist der VOR auf die Zugverbindung per Kamptal- und FJ-Bahn über Sigmundsherberg. Huemer dazu: „Grundsätzlich ist es so, dass auf bestehende Bahnlinien zurückgegriffen wird, weil das gesetzlich vorgeschrieben ist.“ Die Verbindung sei zumutbar, es wäre nicht sinnvoll, Steuergeld für separate Buslinien auszugeben.

Tipps für Pendler

Pendlern rät Huemer, sich über den Routenplaner anachb.vor.at oder die VOR-App am Laufenden zu halten und Zeitkarten zu kaufen.

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