Pfleger reisen ab: Wer übernimmt?. 24-Stunden-Pflege könnte bald nicht mehr funktionieren. Familien sind informiert.

Von Karin Pollak. Erstellt am 25. März 2020 (03:15)
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Massiv wird derzeit daran gearbeitet, die Pflege und Betreuung in den jeweiligen Institutionen aufrecht zu halten. In den Pflegeheimen ebenso, wie in der 24-Stunden-Pflege, die aber mit Problemen zu kämpfen hat.

Laut Geschäftsführer Heinz Bieringer von der Pflege-24-GmbH, die im gesamten Waldviertel zahlreiche Pflegekräfte vermittelt haben, könne noch die Betreuung gewährleistet werden. „Aber wie lange noch lässt sich nicht sagen“, so Bieringer. Mittlerweile seien über die ungewisse Situation die Angehörigen informiert worden. „Damit sie sich darauf einstellen können, dass sie möglicherweise selbst um ihre Angehörigen kümmern müssen.“

Bammel vor Abreisen…

Wegen geschlossener Grenzen könnten gerade eingesetzte Pflegekräfte nicht mit jenen tauschen, die in Rumänien oder Bulgarien festsitzen. „Zwar haben sich die derzeit in Dienst stehenden Pfleger bereit erklärt, bis Ende April zu verlängern, aber dass sie die humanitären Grenzöffnungen zur Heimreise nutzen, ist durchaus möglich“, fürchtet Bieringer.

Am vergangenen Wochenende seien schon drei Mitarbeiter heimgefahren. „Ich hab Bammel davor, wenn alle Pflegekräfte das Gleiche tun…“

Kunden steigen teils auf die Bremse

Ebenfalls noch „rund“ läuft die Pflege- und Betreuung in der Caritas-Sozialstation Kirchberg/Schweiggers. „Einige Kunden haben ihre Betreuung abgesagt und werden von Angehörigen betreut, andere ihre Betreuungszeit verkürzt“, weiß Einsatzleiter Martin Taufner. Seine Mitarbeiter seien hochmotiviert, auch wenn sie ohne Schutzkleidung unterwegs sein müssen.

Die Betreuung ist etwa auch im Hilfswerk Gmünd gewährleistet. Einige Kunden seien etwas nervös, haben Betreuungszeit selbst verkürzt. Im PBZ Weitra seien alle Maßnahmen umgesetzt. „Das gesamte Personal ist verfügbar“, so Direktorin Sabine Englmayer.