Verbesserung: Umsteige-Probleme sollen wegfallen. VOR tüftelt mit Bürgermeister an neuem Busbahnhof beim Horner Bahnhof. ÖBB testen top-modernen „ICE 4“ auf Franz-Josefs-Bahn.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 27. August 2018 (04:33)
Ein nagelneuer ICE 4 wurde am 14. August zwischen Göpfritz (Bild) und Sigmundsherberg getestet.
F: Michael Moser

Positive Entwicklungen für Pendler vermeldet der Gmünder Bahn-Aktivist Gerald Hohenbichler, auch wenn diese nur indirekt den Bahnverkehr betreffen: Probleme vom Umsteigen zwischen Bus und Franz-Josefs-Bahn – wie sie eine NÖN-Leserin aus Gmünd im Frühjahr für das Umsteigen WA- auf Wieselbus-Linie (St. PöltenWaidhofen) in Horn und den Anschluss an die FJB in Göpfritz geschildert hatte – sollen bald der Vergangenheit angehören.

„Derzeit halten die Busse in Horn über die ganze Stadt verteilt, die Gmünderin muss jedes Mal zwei Kilometer aus der Stadt zum Bahnhof gehen“, sagt Hohenbichler: „Künftig sollen alle Busse auch beim Bahnhof halten.“ Sprecherin Christina Bachmaier bestätigt das für den Verkehrsverbund Ostregion (VOR). Haltestellen und Busbahnhöfe seien Sache der Gemeinden, aber der VOR stehe mit Bürgermeister Jürgen Maier wegen der Errichtung eines Busbahnhofes am Horner Bahnhof in „intensivem Kontakt“, dieser gehe voraussichtlich spätestens im Sommer 2019 in Betrieb.

Über den Bahnhof sollen dann alle Linien führen, bei denen es Sinn mache. Bisher war das nicht der Fall, weil der VOR im Waldviertel nur die WA-Linien vor allem als Anbindung an regionale Zentren und Bahnknoten ausgeschrieben habe, sagt Bachmaier. Der Rest sei Postbus- Sache gewesen. Als die ÖBB 2011 die Bahnstrecken von Schwarzenau nach Zwettl und Waidhofen einstellten, habe der VOR ein alternatives Busangebot entwickelt und die WA-Linie 14 eingeführt. Zudem sei es rechtlich nun möglich geworden, weitere Optimierungen wie die Aufnahme etwa 60 zusätzlicher Halte ins WA-Netz vorzunehmen.

2019: Neue Fahrpläne mit moderner Flotte

Generell schreibt der VOR laut Bachmaier das Regionalbuslinien-Angebot für das Waldviertel EU-weit neu aus – eben voraussichtlich bis Sommer 2019 sollen die neuen Fahrpläne samt moderner Busflotte oder Informationssystemen inklusive W-Lan in Kraft treten. Für die Neugestaltung greife man auf Erhebungen zurück, stimme sich mit Gemeinden, Schulen oder Wirtschaft in den Regionen und überregionalen Systemen ab, beziehe den Bahnverkehr ein.

Auch dort tat sich vorige Woche Interessantes: An der FJB wurden Hochgeschwindigkeitszüge beobachtet. So pendelte ein topmoderner deutscher „ICE 4“ (Intercity-Express) für Tests im ÖBB-Netz zwischen Göpfritz und Sigmundsherberg. Gerald Hohenbichler hofft wieder auf höherwertigen Verkehr: „Die Meilensteine für übermorgen angesichts des Klimawandels müssen heute gelegt werden — auch für eine ökologisch nachhaltige Zukunft im Waldviertel.“