Waldviertler Johann Holzweber: „Keine Sorge, ich lebe!“. Totgeglaubte leben länger, heißt es. Insofern dürften die Karten des Waldviertlers Johann Holzweber gut stehen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 24. April 2021 (09:15)
Johann Holzweber (kleines Bild) erfreut sich bester Gesundheit, die Todesmeldung in der NÖN betraf einen gleichaltrigen Namensvetter aus dem Waldviertel, der ebenfalls zuletzt in Wien lebte
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Am 21. April hatten ihn nach Erscheinen der aktuellen Gmünder NÖN erste verdatterte Anfragen um seinen Zustand erreicht, am Donnerstag sei es dann ganz wild geworden: „Es haben sicher 50 Leute angerufen und dann gefragt, ‚Holzi du lebst noch?‘“, sagt er. Niemand müsse sich um ihn sorgen, betont Holzweber nun im NÖN-Telefonat, „ich lebe, ich bin wohlauf!“

Was war vorgefallen?

Ableben eines „Johann Holzweber (67) aus Wien, am 23.3.“

In den „Personalia“-Meldungen der NÖN war für die Stadt Gmünd das Ableben eines „Johann Holzweber (67) aus Wien, am 23.3.“ vermerkt. Drei wesentliche Punkte daraus lassen angesichts der nicht allzu hohen Einwohnerdichte im Waldviertel und des nicht übermäßig häufigen Nachnamens exakt auf den Angesprochenen schließen, wie er sagt: Er befindet sich als Johann Holzweber im 67. Lebensjahr und verbrachte die meiste Zeit seines bisherigen Lebens in Wien, wo er mangels beruflicher Perspektiven in der Heimat vor vielen Jahren seine Zelte aufgeschlagen hatte. Im Ruhestand zog er zurück, lebt heute allerdings nicht in Gmünd, sondern in der Nachbargemeinde Großdietmanns. Der Sohn lebt heute noch in Wien, sagt er.

Gleichaltrige mit gleichem Namen und Wien-Vergangenheit

In mehreren NÖN-Telefonaten mit der Gmünder Stadtverwaltung kam schließlich Licht in die Angelegenheit: Demnach ist tatsächlich ein 67-jähriger Johann Holzweber mit jahrelanger Wien-Vergangenheit gestorben. Dieser stammte offenbar aus dem Langschläger Wald ab, der Auftrag für die Urnenbestattung in der Heimat erging vom Magistrat Wien aber an die Stadtgemeinde Gmünd – wo er folglich als Sterbefall vermerkt ist.

Was die ungewöhnliche Causa noch ungewöhnlicher macht: Der in bester Verfassung befindliche Johann Holzweber hat einen nicht mit dem Verstorbenen verwandten Bruder in Langschlag. Beruflich hatte er zudem sehr oft in der Wiener Wohngegend seines verstorbenen Namensvetters zu tun, wie sich herausstellte. 

Die NÖN wünscht dem lebenden Johann Holzweber jedenfalls noch viele gesunde Jahre im Kreise von Bekannten und Verwandten, denen sein Wohlergehen am Herzen liegt - und drückt den Hinterbliebenen des verstorbenen Johann Holzweber ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.