Todesfall: Acht Monate der Ungewissheit. Fast acht Monate sind seit tödlichem Arbeitsunfall Herbert Leutners vergangen. Der Grund ist noch offen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. April 2018 (05:43)
Nach fast acht Monaten ist der Hergang des tödlichen Arbeitsunfalles von Herbert Leutner noch immer nicht geklärt.
privat

Der tödliche Arbeitsunfall von Herbert Leutner am 7. September des Vorjahres in Kefermarkt lässt die Familie des Verstorbenen nicht zur Ruhe kommen. Viele helfen der Familie nach wie vor, andererseits steht noch immer das Gutachten der Sachverständigen zum Unfallhergang aus.

„Wir haben wirklich große Unterstützung von der Familie, von Freunden sowie Firmen und Institutionen erhalten“, betont Witwe Martina Leutner, die besonders ihrer besten Freundin Margit dankt, die in den letzten Monaten immer ein offenes Ohr für sie hatte. Zur Trauer kommt die Sorge um den Ältesten der drei Kinder, Daniel. Durch seine geistige und körperliche Behinderung braucht er besonders intensive Pflege und Betreuung, die oftmals Vater Herbert übernommen hat. „Daniel vermisst seinen Vater sehr. Er schläft fast nicht mehr“, sagt Martina Leutner, von ihren Kindern Patrick und Melanie bekomme sie bei der Pflege Daniels großartige Unterstützung.

„Was da an Gerüchten läuft, ist schlimm. Wir wollen endlich Klarheit, damit auch diese Unwahrheiten ein Ende nehmen.“ Witwe Martina Leutner

Besonders zu schaffen macht der Familie auch, dass noch immer kein Gutachten der Sachverständigen vorliegt, die den Unfallhergang untersuchten. Dazu wurde wie berichtet nur wenige Tage nach dem Begräbnis Herbert Leutners eine von der Staatsanwaltschaft Linz angeordnete Exhumierung durchgeführt, was in der Pfarre St. Wolfgang große Bestürzung hervorgerufen hatte. Mittlerweile sind fast acht Monate vergangen. Weder die Hinterbliebenen noch deren Gmünder Rechtsanwalt Martin Wabra haben von der Staatsanwaltschaft Linz etwas gehört.

„Ohne Gutachten gibt es keine Gerichtsverhandlung, bei der die Schuldfrage dieses tragischen Arbeitsunfalls geklärt werden kann“, betont die Witwe, die endlich eine Antwort auf diese quälenden Frage möchte. „Was da an Gerüchten läuft, ist schlimm. Wir wollen endlich Klarheit, damit auch diese Unwahrheiten ein Ende nehmen“, ist Witwe Martina Leutner verzweifelt. Ein Untersuchungsergebnis bis Ende Februar sei ihr in Aussicht gestellt worden.

Die NÖN hielt mit dem Linzer Staatsanwalt Philip Christl Rücksprache. Am 23. April sei seitens der Staatsanwaltschaft Linz bestätigt worden, dass erst kürzlich ein technisches Gutachten eines Sachverständigen zum Unfallhergang eingetroffen sei, sagt der. Dieses müsse noch geprüft werden, „damit man sieht, ob noch weitere Ergänzungen notwendig sind“. Ein Zeitraum dafür sei nicht absehbar, hieß es allerdings vonseiten der Staatsanwaltschaft.

Viele helfende Hände in der schweren Zeit

Für Martina, Patrick, Melanie und Daniel Leutner muss das Leben ohne Gatten und Vater weitergehen. „Wir wollen allen danken, die uns in der schweren Zeit unterstützt haben. Das gespendete Geld wird zur Erhaltung des Hauses und zur Pflege und Betreuung Daniels verwendet. Da gibt es immer etwas zu tun. Eben erst brach das 15 Jahre alte Pflegebett. Die ÖBB als Arbeitgeber Herbert Leutners hätten sofort nach dem Arbeitsunfall Unterstützung gegeben. Am 3. Mai wird unter anderem am Bahnhof in Kefermarkt eine Gedenktafel für ihn installiert.

Für deren Hilfe danken die Hinterbliebenen auch der Familie Erwin Glaser, der Avia-Tankstelle Weber, den Dorfgemeinschaften Harmannstein und Watzmanns, der Gewerkschaft Vida Ortsgruppe Schwarzenau, Landjugend bzw. Theatergruppe Heinrichs, den Firmen Confida Weitra sowie Swietelsky und den Mitarbeitern am ÖBB-Standort St. Pölten.