Waldensteiner Frisiersalon wird nun zu Haarsalon. Christa Knapp übergibt an nicht ganz unbekanntes Gesicht: Daniela Weissensteiner wird von Mitarbeiterin zu Chefin.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 01. Mai 2021 (05:39)
Freuen sich, dass der Frisörsalon eine Zukunft hat: Daniela Weissensteiner, Bürgermeister Alois Strondl und Christa Knapp.
privat, privat

Die Zeichen im einzigen Frisörgeschäft der Gemeinde stehen auf Veränderung – zumindest namentlich: Aus dem „Frisiersalon Christa“ wird der „Haarsalon Daniela“. Nach 27 Jahren übergibt Christa Knapp mit 1. Mai an ihre Mitarbeiterin Daniela Weissensteiner. Bis auf den Namen soll sich aber nicht allzu viel ändern.

Weiter geht‘s auch wegen der Kunden. Daniela Weissensteiner war fast seit Beginn in Christa Knapps Salon beschäftigt. „Die Selbständigkeit war eigentlich immer ein Wunsch“, sagt die Schwarzenauerin. 2002 hat sie ihre Meisterprüfung abgelegt, zwei Jahre später folgte die Unternehmerprüfung – mit dem Hintergedanken der Selbständigkeit. Zwischenzeitlich sei dieser Wunsch auch mal etwas kleiner geworden, gesteht Weissen steiner. Warum hat sie sich doch dafür entschieden? „Würde ich woanders anfangen, müsste ich mir alles neu aufbauen. In Waldenstein habe ich schon meine Kunden.“ Zudem sei ihr wichtig, dass der Salon erhalten bleibt – gerade wegen der vielen Stammkunden. „Es wäre schade um das Geschäft. Ich hoffe natürlich, dass es auch in Zukunft gut funktioniert“, sagt sie.

Das Angebot soll inklusive der VIP-Cards und dem Mittwoch als wöchentlichem Pensionistentag weitgehend bleiben. Den Salon an sich will sie mit dekorativen neuen Farbtupfern versehen. Zuletzt haben Christa Knapp und Daniela Weissensteiner den Frisörladen alleine geschupft, die Chefin wird nun zur Mitarbeiterin und will „ihre“ Kunden noch an zwei Tagen pro Woche betreuen. „Dadurch, dass sich unsere Kunden Termine im Vorhinein ausmachen, können wir uns die Arbeit gut einteilen“, erklärt Weissensteiner. Dass sie neue Mitarbeiter aufnimmt, wenn‘s gut läuft, kann sie sich gut vorstellen.

Salon startete von null weg. „Ich denke immer, das war erst gestern“, blickt Christa Knapp auf die Unternehmensgründung vor 27 Jahren zurück. Gemeinsam mit ihrem Gatten Florian hat sie den Salon von Grundauf aufgebaut – mit allen unternehmerischen Risiken. Über die Jahre hat sie sich einen großen Kundenstamm aufgebaut: „Ich habe Kunden, die seit 40 Jahren zu mir kommen, noch nie bei einem anderen Frisör waren.“

Bis vor drei Jahren hatte Knapp auch eine Filiale in der Gmünder Bahnhofstraße, die übergab sie ebenfalls an eine frühere Mitarbeiterin. Die Salons waren Ausbildungsstätte für mehrere Lehrlinge, Knapp spricht von etwa acht Mitarbeitern an beiden Standorten zu Spitzenzeiten. Als Inhaberin tritt sie nun in den Ruhestand, freut sich auch auf mehr Zeit für die Enkerl. Ganz loslassen könne sie den Salon aber noch nicht: „Ich habe die Selbständigkeit nie bereut. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht in den Salon gehen wollte. Mein Mann und ich stehen Daniela jederzeit als Unterstützung zur Verfügung.“ – Dass die den Salon übernimmt, freut die ehemalige Chefin: „Sie war immer sehr tüchtig, ist auch fachlich ausgezeichnet. Ich habe vollstes Vertrauen zu ihr.“