Fuchs will abtreten, Layr soll folgen. Raimund Fuchs verlässt Gemeindepolitik nach Wahl 2020. Patrick Layr (32) vor Kür zum Spitzenkandidaten.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. August 2019 (05:10)
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Raimund Fuchs (links) will nach zehn Jahren als Bürgermeister aufhören. Patrick Layr, einst JVP-Bezirksobmann, (rechts) wird als Nachfolger gehandelt.

Die Gemeinderatswahl 2020 wirft ihre Schatten voraus, und während Helga Rosenmayer (Gmünd) und Karl Harrer (Schrems) als Bürgermeister der größten Gemeinden im Bezirk Gmünd bereits ein neuerliches Antreten als Spitzenkandidaten ihrer Parteien ankündigten, steht in Weitra ein größerer Generationenwechsel bevor.

„Ich bin nicht krank oder amtsmüde, aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine geordnete Übergabe“, bestätigt Gemeindechef Raimund Fuchs (ÖVP) der NÖN Gerüchte über einen bevorstehenden Abschied aus der Politik. 2005 war er als Gemeinderat angelobt worden, 2010 folgte er Werner Himmer als Bürgermeister nach, bei der Gemeinderatswahl 2015 legte die Volkspartei Weitra unter seiner Führung 4,6 Prozentpunkte zu. „Es wurde ein Team für die Zukunft aufgebaut, über das sich viele andere Gemeinden freuen würden. Ich war immer an der Zukunft orientiert, wollte Neues zulassen“, sagt Fuchs: Daher habe er seine Tischlerei rechtzeitig übergeben, und daher wolle er nach der nächsten Wahl auch die Gemeindeführung an ein „junges, politisch aber erfahrenes Team“ übergeben.

Hören auch andere Führungspolitiker auf?

Gemunkelt wird in der Braustadt über einen Rückzug etlicher weiterer VP-Mandatare, darunter auch die Langzeit-Stadträte Erwin Hackl und Alfred Huber. Bis Redaktionsschluss konnte keiner von ihnen für eine Stellungnahme erreicht werden.

Sehr wohl erreicht wurde Tourismus-Stadtrat Patrick Layr. Und der 32-Jährige nimmt zu Gerüchten Stellung, wonach er Raimund Fuchs als Bürgermeister nachfolgen soll: Er sei vom angekündigten Rückzug von Fuchs aus der Politik überrascht worden. Er sei aber bereit, die VP Weitra als Spitzenkandidat in die Wahl 2020 zu führen, wenn das gewünscht sei. „Es gab dahingehend Gespräche in einem Kernteam, ist in der Fraktion abgesprochen“, präzisiert Layr, der allerdings dem bevorstehenden Prozedere nicht vorgreifen will.

„Ich bin bereit, als VP- Spitzenkandidat zur Verfügung zu stehen, wenn das gewünscht ist.“Stadtrat Patrick Layr

Im Herbst soll die Gemeindepartei als oberstes Gremium die Reihung der Kandidatenliste für die Wahl vornehmen, danach wählt das Volk, danach wählt der Gemeinderat aus seiner Mitte das Oberhaupt. Layr: „Bis dahin sehe ich mich auch nicht als designierter Bürgermeister.“
Bis zur Gemeindeparteisitzung soll in Gesprächen mit aktuellen und potenziellen neuen Mandataren, den Ortsparteien und Bünden ein Wahlvorschlag erstellt werden. Das tue er nicht alleine, betont Layr: „Wir waren in Weitra immer ein Team. Hier haben immer gute Leute zusammengearbeitet, und so soll es bleiben.“

Patrick Layr ist technischer Angestellter bei der EVN-Tochter Netz NÖ. Zur Volkspartei fand er einst über den Jugendverein und die Junge VP, deren Bezirksobmann er bis 2015 war. Im Weitraer Gemeinderat ist er bereits seit der Wahl 2010, 2015 rückte er zum Stadtrat auf.
Raimund Fuchs will bis zur Wahl „die Vorhaben ganz normal abarbeiten – wie gewohnt in konstruktiver Zusammenarbeit auch mit der Opposition“. Politisch könne der 62-Jährige danach, wenn es gewünscht sei, gerne unterstützen – Mandat im Gemeinderat will er jedoch keines mehr besetzen.