Neuer Bier-Krimi von Ernest Zederbauer. Ernest Zederbauer widmet sich mit „Hopfen, Malz, Mord“ der Bierstadt Weitra – und einem Eklat aus 1549.

Von Karin Pollak. Erstellt am 16. April 2021 (05:43)
Der fünfte Krimi von Ernest Zederbauer dreht sich ums Bier.
Kral-Verlag

„Hopfen, Malz, Mord“ nennt sich der neueste Krimi von Ernest Zederbauer – der auch ein Beitrag zum Jubiläumsjahr „700 Jahre Braustadt Weitra“ ist. Der Waldviertel-Krimi ist das zehnte Buch von Zederbauer. Seinen fünften Krimi in Folge lässt er im 16. Jahrhundert spielen.

„Es geht dabei um den Streit zwischen der Stadt und der Herrschaft, speziell um die Rechte und Freiheiten innerhalb der acht Kilometer rund um die Stadt reichende Bannmeile. Die Herrschaft hatte hier kein Recht, Gastwirte oder Brauereien anzusiedeln“, erklärt Zederbauer, der sich als Nachtwächter und als Autor seines im Vorjahr erschienen Bildbandes „Weitra, die älteste Braustadt Österreichs“ mit der Geschichte seiner Heimatstadt genau auseinandergesetzt hat.

Faszination eines Protokolles

„Bei meinen Recherchen bin ich auf das Protokoll der Bürgermeisterwahl am 26. Dezember 1549 gestoßen. Das hat mich fasziniert, es kam sofort die Idee für meinen neuen Krimi“, sagt Zederbauer.

Der fünfte Krimi von Ernest Zederbauer dreht sich ums Bier.
Kral-Verlag

Den damals gewählten Bürgermeister Wolfgang Fleischhackher, den amtierenden Richter Leopoldt Rußwurmb oder den Stadtschreiber Zwickennagel, die im Protokoll verewigt sind, lässt Zederbauer im Krimi „mitspielen“. „Es gibt auch einen gewissen Nachtwächter Zötterpauer und viele andere“, verrät der Autor, der versucht hat, das damalige Leben so authentisch wie möglich darzustellen. „Ich gehe aufs Essen, auf die Kleidung, auf den Glauben, die gesellschaftlichen Probleme und die Hexenverbrennung ein. Natürlich dürfen die Toten nicht fehlen.“

In humorvoller, leicht frivoler Art gibt er dem Volk die damals übliche derbe Sprache, erweckt den Freiherrn Ladislaus von Prag und Windhaag als damaligen Schlossherrn zum Leben und widmet sich dem folgenschweren Eklat am Ehrentag des Heiligen Wenzel, der 1531 der Schutzpatron der Bierbrauer wurde.

Kritik von Lotte Ingrisch

Die erste Kritikerin, die „Hopfen, Malz, Mord“ als Manuskript zu lesen bekam, ist Lotte Ingrisch. „Er wird Ihnen so gut schmecken, dass Sie darüber das Frühstück vergessen, weil Sie unbedingt weiterlesen müssen“, schreibt die Wahl-Weitraerin dazu.

Der Krimi ist laut Zederbauer der erste Krimi, der je im Kral-Verlag erschienen ist. „Das ist auch eine Ehre für mich.“ Erhältlich ist das Werk im Walala, in der Trafik, im Unimarkt, im Torhaus und im Schloss Weitra.