Manfred Spitzhirn: Herr über Medl-Biere. Manfred Spitzhirn erlernte das Bierbrauen in Weitra. Er arbeitet im Medl-Bräu.

Von Karin Pollak. Erstellt am 11. September 2021 (05:10)
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Der Weitraer Manfred Spitzhirn braut seit 28 Jahren im Medl-Bräu in Wien das Bier. Gelernt hat er das in der Weitraer Brauerei.
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Das Bier hat in diesem Jahr ganz speziell Weitra fest im Griff. Seit 700 Jahren wird in dieser Stadt Bier gebraut und das wird ganz besonders gefeiert. Aber nicht nur die Stadt Weitra kann rund um das Bier ein Jubiläum feiern, auch ein Weitraer, der mit dem Bier eng verbunden ist, begeht ein Jubiläum: Manfred Spitzhirn schloss vor genau 30 Jahren seine Lehre als Bierbrauer und Melzer in der Weitraer Brauerei ab. Seit mittlerweile 28 Jahren braut er im bekannten „Medl-Bräu“ im 14. Wiener Gemeindebezirk das Hausbier und auch die dort angebotenen Spezialbiere. Damit konnte der Weitraer in der Vergangenheit bereits einige Auszeichnungen erringen.

Zufall führte Regie

Manfred Spitzhirn, der Sohn des bekannten Soldaten, Wintersport-Pioniers und Tennis-Wegbereiters Kurt Spitzhirn (er verstarb 2014), begann seine Lehre in der damals noch von der Familie geleiteten Weitraer Brauerei 1988, drei Jahre später war er ausgebildeter Brauer und Melzer. „Diese Berufsbezeichnung gibt es heute nicht mehr, seit 2002 sind das Getränketechniker“, betont Manfred Spitzhirn, der eigentlich Elektriker werden wollte. „Ich bin eher zufällig zum Bierbrauen gekommen und heute sehr froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe.“ Zwei Jahre lang arbeitete er als gelernter Bierbrauer in Weitra, dann ging er der Liebe wegen nach Wien. Gemeinsam mit seiner langjährigen Gattin Ulli baute er sich ein neues Leben in der Großstadt auf – aber ohne Bier ging das nicht.

 

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Die von Manfred Spitzhirn kreierten Biere wurden schon mehrfach ausgezeichnet.
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Lottogewinner neuer Arbeitgeber

 „Ich besuchte ja die einzige Brauer- und Melzer-Berufsschule in Wien mit einer einzigen Klasse und maximal 30 Lehrlingen pro Lehrgang. Ein Teil unserer Lehrer arbeiteten daneben in einem Labor, das sich im Haus der Berufsschule befindet, und untersuchten dort Proben von den Brauereien. Natürlich wussten diese Bescheid, wo gerade Bierbrauer gesucht werden“, erzählt Manfred Spitzhirn. Diese Kontakte nutzte der Weitraer und so kam er zu Medl-Bräu. Das war im Mai 1993. Das Gasthaus mit der hauseigenen Brauerei gründete Johann Medl aus Krumau am Kamp nach einem Lottogewinn 1989.

Seit 1993 ist Manfred Spitzhirn also für das Medl-Bier zuständig. „Wir brauen das Hausbier in drei Sorten. Es gibt das Helle, das Märzen und das Dunkle. Dazu kommen noch die Spezialbiere wie der Oster- und der Weihnachtsbock oder das Herbstbier, das vor wenigen Tagen eingebraut worden ist“, betont Spitzhirn, der bis vor einigen Jahren alleiniger Herr über Hopfen und Malz war. Ein gelernter Bierbrauer aus Wien unterstützt ihn jetzt bei dieser Arbeit. „Mein Kollege hat im Alter von 40 Jahren zum Brauer und Melzer umgesattelt und war 2002 der letzte Absolvent dieser Lehre“, weiß Spitzhirn.

Lehrstelle besichtigt

Das Bier gehört einfach zum Leben von Manfred Spitzhirn, nicht nur das Brauen , auch das Trinken. „Selbstverständlich trinke ich mein eigenes Bier und auch gerne das Weitraer Bier. Ab und zu darf es auch ein guter Tropfen Rotwein sein“, sagt der Bierbrauer, der erst vor einigen Tagen die modernisierte Bierwerkstatt Weitra, die zur Zwettler Brauerei gehört, besichtigt hat. „Ein Wahnsinn, was sich hier getan hat. Diese Brauerei hat mit meiner Lehrstelle gar nichts mehr zu tun. Wir hatten vor 30 Jahren noch mit Holzfässern und Isobarometer zum Befüllen dieser Fässer zu tun. Das gibt es heute nur mehr vereinzelt.“

Mit Weitra eng verbunden

In seiner Heimatstadt Weitra ist Manfred Spitzhirn sehr oft, hier lebt seine Mutter und hier sind viele Freunde vom Tennisverein und Fußballverein zuhause – und vor allem gibt es hier das Weitraer Bier.