Tradition des Sparens: Fixtermin auch im Bezirk Gmünd. Für viele ist der Weltspartag ein Fixtermin im Oktober. Wie gehen Banken mit ihrem Feiertag in der Covid-Pandemie um? Welchen Stellenwert hat das Sparbuch noch?

Von Anna Hohenbichler, Karin Pollak und Lisa Röhrer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:23)
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Von einer Generation an die nächste wird die Tradition des Weltspartages und damit der Wert des Sparens weitergegeben. Die Banken danken Kindern und Erwachsenen mit kleinen Aufmerksamkeiten und Geschenken für ihre Sparleistung. Statt wie üblich am 31. Oktober ist der Weltspartag heuer schon am 30. – im Covid-Jahr ist alles anders, oder?

Nicht ganz. Schon in den Vorjahren wurde der Weltspartag in den Filialen der Raiffeisenbank Oberes Waldviertel zur Weltsparwoche. Das ist auch heuer so.

Für Kinder und Jugendliche gibt es Geschenke, statt Erwachsenengeschenken soll wieder für karitative Zwecke gespendet werden, sagt Geschäftsleiter Johann Pollak. Er rechnet dennoch mit weniger Andrang: „Die Weltsparwoche ist eine wichtige Tradition. Es wird aber heuer Covid-bedingt ein bisschen rückläufiger sein, weil die Leute vorsichtig sind.“ In den Filialen gelten strenge Hygieneregeln.

Sinn und Zweck bis heute erhalten. Auch bei der Waldviertler Sparkasse hat der Weltspartag Tradition: „1924 wurde der Weltspartag auf dem Internationalen Sparkassenkongress in Mailand beschlossen. Der Sinn und Zweck wird bis heute weitergeführt: Erwachsenen und Kindern soll das Sparen schmackhaft gemacht werden“, erklärt Manfred Füxl.

Coronabedingt werden Erste Bank und Sparkassen heuer österreichweit die Weltsparwochen über 19. Oktober bis 27. November ausdehnen: „Damit müssen vor allem ältere Menschen aus der Risikogruppe nicht direkt am Weltspartag in die Bank kommen.“

Geschenke gibt es auch heuer, sie können bis 27. November abgeholt werden.

Besucherzahlen ohnehin rückläufig. „Wir halten an den Feiertagen des Sparens fest“, sagt Peter Digruber von der Volksbank Niederösterreich. Auch hier gibt es eine Weltsparwoche.

Es werde darauf geachtet, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Filialen aufhalten und die Corona-Maßnahmen eingehalten werden. Geschenke werden wie sonst am Weltspartag auch heuer verteilt: „Geben wird es die nicht nur bis 30. Oktober, sondern so lange der Vorrat reicht.“

Riesige Besucherströme werden nicht erwartet. Die Zahl der Gäste sei an den Weltspartagen in den vergangenen Jahren gesunken. „Das liegt daran, dass zwei Drittel unserer Kunden nur noch Online-Banking nutzen“, sagt Digruber.

Weltsparwoche auch bei UniCredit Bank Austria. Kunden können rund um den Weltspartag Termine in den Filialen der UniCredit Bank Austria vereinbaren, um ihre Finanzangelegenheiten und die aktuell besten Veranlagungslösungen zu besprechen. „So kann die UniCredit Bank Austria die Sicherheit gewährleisten und dafür sorgen, dass alle Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden“, erklärt Mauro Maschio, Vorstand Privatkundenbank der UniCredit Bank Austria.

In der Weltsparwoche wird es Geschenke geben. Das sind heuer etwa Bienen-Bücher oder Karabiner für Schlüssel oder Trinkflaschen. Sie werden auch an Kooperationspartner wie das SOS Kinderdorf und an lokale karitative Organisationen, Kindergärten und Schulen gespendet.

Der Spargedanke ist nach wie vor aktuell. Nur haben sich die Sparformen gewandelt: Eine generelle Aussage zur Beliebtheit des Sparbuches sei schwierig, sagt RBOW-Geschäftsleiter Johann Pollak: „Das Sparen hat immer noch einen großen Stellenwert, aber viele Kunden nutzen schon das Online-Sparbuch.“

Veranlagungen in Zertifikate und Fonds werden tendenziell mehr: „Die Nachfrage nach Informationen zu alternativen Veranlagungsformen steigt“, so Pollak. Manfred Füxl von der Waldviertler Sparkasse attestiert dem Sparbuch eine wichtige Bedeutung für die Konsumenten – und zwar als Notgroschen zur finanziellen Absicherung. Auch das Sparbuch hat eben Tradition.

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