Budweiser Airport bleibt Zankapfel. Testphase am internationalen Flughafen Budweis soll demnächst starten. Mehr als ein Jahr vor Regionalwahlen blüht aber Polit-Debatte wieder auf.

Von Alexandra Popel und Markus Lohninger. Erstellt am 24. Juni 2019 (05:15)
Symbolbild
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Das Projekt für die Schaffung des internationalen Flughafens České Budějovice nähert sich dem Finale: Die Modernisierung startet demnächst in die operative Testphase, ehe der Testbetrieb aufgenommen werden soll. Der erste kommerzielle Flug am ehemaligen Militärflughafen Planá wurde für Mai 2020 angekündigt.

Politisch wirbelt das künftige Tor Südböhmens und des Waldviertels in die Welt aber als frühe Einstimmung auf die Regionalwahlen 2020 wieder Staub auf. Mit dem Fliegen würden die laufenden Kosten nicht gedeckt werden können, heißt es. Neben dem Tourismus brauche es auch weitere Einnahmenquellen wie Flugschulen, Servicezentren, Logistikzentren oder Nächtigungsbetriebe, zitiert www.idnes.cz die Kreisleitung: Es brauche eine Kombination dieser Ressourcen oder eine Zusammenarbeit mit starken Partnern in der Fluggesellschaft anzustreben. Kritik der Gegner richtet sich auch darauf, dass für die Nutzung des großen Areals noch kein Schlüsselpartner bestätigt sei.

„Nach 15 Jahren erfahren wir, dass die Modernisierung vielleicht keine so gute Idee war, Expertenanalysen fehlen, man ein Problem mit dem Finden von Flugverkehrsleitern hat“, sagte Senator Ladislav Faktor (unabhängig) zu Idnes: „Es ist nicht klar, wie man Fluggesellschaften anziehen will.“ Ähnliche Flughäfen wie Pardubice würden langfristige Verluste erleiden.

Kreis Südböhmen und Stadt Budweis haben in den Aufbau zusammen fast 13 Millionen Euro gepulvert. Oberbürgermeister Jiří Svoboda (ANO) steht bedingt zum Projekt, so www.idnes.cz: „Die Frage ist, ob wir Aktivitäten finden, die den Betrieb so ergänzen, damit sie zusammen nicht im Verlust stehen.“

 Manager Pammer: „Sind so kurz vorm Ziel…“

 Dieter Pammer, Manager im Aufbau des „South Bohemian Airport“, will sich in die politische Debatte nicht einmischen. Den Zeitpunkt hält er allerdings für problematisch: „Berichte dieser Art klingen nicht gut. Wir sind so kurz vorm Ziel, freuen uns über einen internationalen Wahnsinns-Andrang – viele große Gesellschaften suchen günstige Expansions-Möglichkeiten und wollen daher bei uns zur Geburtsstunde aktiv dabei sein.“

Finanzprobleme anderer Airports seien nicht auf Budweis übertragbar. „Hier bahnt sich hinter Prag der zweitstärkste touristische Flugbetrieb an, dazu kommt der Bedarf für Luftfracht und Cargo durch starke Betriebe im Raum Budweis“, sagt Pammer. Direktor Ladislav Ondřich, viele Jahre des Zanks das Gesicht der Vision Airport, trat in eine Beraterfunktion über – ein früherer Direktorenkollege führt laut Pammer nun die Geschäfte.

Die Herausforderung sieht Pammer im Infrastruktur-Aufbau außerhalb des Flughafens: Es brauche effiziente Zug- und Straßenanbindungen, Taxi-Systeme und eine starke Hotel-Infrastruktur. Auch dafür bedürfe es der Geschlossenheit der Politik. Die wird sich nächste Woche beim Richtfest für Terminal I ein Bild von der Lage machen.