Wieder Wirbel um FJB. Vorstoß im Landtag / Antrag zur Attraktivierung der Franz-Josefs-Bahn einstimmig angenommen. Aber: Disput zwischen „Pro FJB“-Initiator Beer und VP-Abgeordnetem Hofbauer.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 15. April 2014 (09:09)
NOEN, Maximilian Koepf
Andreas Beer (SPÖ)
Von Markus Lohninger

WALDVIERTEL / Einstimmigkeit im NÖ Landtag bei einem zentralen Waldviertler Anliegen: In seiner Sitzung vom 10. April wurde ein Antrag „Attraktivierungsmaßnahmen auf der Franz-Josefs-Bahn“ geschlossen angenommen! Dass Verbesserungen her müssen, darüber herrschte Konsens. Der Antrag beinhaltete WLAN entlang der gesamten Strecke, Verkürzungen der Fahrzeit und ein wieder forcierter Güterverkehr.

„Bessere Vertaktung, Planbarkeit und Sicherheit“ erwartete sich Amrita Enzinger (Grüne), FP-Abgeordneter Erich Königsberger pflichtete ihr bei: Neue Garnituren alleine seien zu wenig. Günter Kraft (SP) forderte ÖBB-Cityjets, Verlängerungen der Verbindungen von Sigmundsherberg bis Gmünd und dichteren Taktverkehr. FRANK-Abgeordnter Walter Naderer, aus Limberg-Maissau kommender Bahnbenützer, regte eine raschere Direktverbindung zwischen Wien und Gmünd an, für die eben Kompromisse eingegangen werden müssten. Einer davon sei der Wegfall von Zwischenstopps. „Ein solcher Zug ist eine Ergänzung zum bestehenden Angebot“, sagte er: „Ein Zug nach Rom bleibt auch nicht in Mödling oder Baden stehen.“

Eine Internationalisierung würde die Beschleunigung für Waldviertel-Pendler aber nicht ausschließen, betonte Naderer. Den internationalen Zugverkehr entlang der FJB griff auch Johann Hofbauer (VP) auf. Er verwies auch darauf, dass Wien-Gmünd die längste Pendlerstrecke des Landes sei. Im Güterverkehr sei das Verhalten der ÖBB nicht zu verstehen – vorhandene Anschlussgleise lägen derzeit brach, nur noch ein Fünftel der Güter könne per Bahn transportiert werden. „Jetzt soll eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Land NÖ, Verkehrsministerium und ÖBB eingerichtet werden, die in die Richtung der im Antrag gebrachten Anliegen geht“, sagt Hofbauer zur NÖN.

Beer rügt Hofbauer, der schlägt zurück 

Dafür, dass Hofbauer vorab in einer Aussendung die Attraktivierung zum „Gebot der Stunde“ machte und von jahrelangen Forderungen nach Verbesserungen für Pendler auf der „wichtigen Waldviertler Verkehrsader“ sprach, gab es vom Initiator von „Pro FJB“ und Gmünder Bürgermeister Andreas Beer (SP) verbale Prügel.

„Wir freuen uns sehr, dass wir auf Landes- und Bundesebene die Entscheidungsträger wachrütteln konnten“, sagt er, bis vor einem Jahr habe es weder Initiativen noch politische Forderungen zur FJB gegeben. Beer: „Hofbauer war von Beginn an eingeladen, die Interessen der Initiative mitzutragen. Waldviertel-Kollegen wie Jürgen Maier, Martina Diesner-Wais oder Konrad Antoni haben dies auch von Beginn an gemacht – Hofbauer erschien, entgegen seiner Kollegen, nicht einmal zur hochrangig besetzten Podiumsdiskussion im März.“

Von Beer sei in der Sache bis auf Aussendungen noch wenig getan worden, kontert Johann Hofbauer. „Es wäre mir leid um die Zeit, würde ich mich zu seiner Diskussion setzen. Mit Rudi Parnigoni war ich zig-male bei ÖBB-Chef Kern und im Ministerium. Beer ist bis jetzt vielleicht beim Portier der ÖBB gewesen, er hat aber noch keine einzige Vorsprache bei ÖBB- oder Verkehrsministerium geführt. “