Spedition vom Prokuristen betrogen. Führender Mitarbeiter schädigte Haugschläger Spedition über Jahre.

Von Karin Pollak. Erstellt am 30. Juli 2020 (06:13)
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Die Machenschaften seines langjährigen Prokuristen richteten in der Wiener Spedition „Hauer & Kopal“ des Haugschlägers Alexander Poindl einen Schaden von rund 800.000 Euro an. Der ehemalige Prokurist wurde nun verurteilt, ein Verfahren wegen „unlauterem Wettbewerb“ läuft.

Alexander Poindl übernahm die Spedition vor 20 Jahren von seinem Onkel Robert Hauer, der ebenfalls aus Haugschlag stammt. „Wir sind auf Transporte von sehr heiklen und kostbaren Antiquitäten, Kunstgegenständen und auch Musikinstrumenten spezialisiert und haben uns damit einen sehr guten Namen gemacht“, erklärt Poindl, der 2002 den jetzt verurteilten Prokuristen in die Firma geholt hat. „Er hatte ein sehr gutes Gehalt und einen Audi A6 als Firmenwagen, vermutlich war ihm das aber noch zu wenig.“

„Er hatte ein sehr gutes Gehalt und einen Audi A6 als Firmenwagen, vermutlich war ihm das zu wenig.“ Alexander Poindl

2016 und 2017 kam der Firmenchef hinter die verworrenen Machenschaften dieses hochdotierten Mitarbeiters. „Er hat immer wieder Geld abgezweigt und eine eigene Transportfirma gegründet, obwohl das im Prokuravertrag mit einer eigenen Klausel untersagt war“, zeigt der Haugschläger auf. „Der hohe Schaden begründet sich auch daraus, dass er uns viele Kunden abgeworben hat.“

Alexander Poindl aus Haugschlag ist Inhaber der Wiener Spedition „Hauer & Kopal“.
privat

Das Betrugsverfahren gegen den 46-Jährigen ist abgeschlossen. Laut Poindl wurde er zu einer Geldstrafe über rund 17.000 Euro, bedingt auf drei Jahre, verurteilt. „Jetzt warten wir auf das Urteil wegen unlauterem Wettbewerb“, meint der Speditionsinhaber, der sich damit abgefunden hat, auf dem Schaden sitzen bleiben zu müssen.

„Die Firma mit unseren 20 Mitarbeitern läuft nach Corona wieder gut. Trotz des großen Schadens schauen wir positiv in die Zukunft, denn viele der abgeworbenen Kunden kommen zu uns zurück“, meint Poindl, der nach wie vor mit Haugschlag eng verbunden ist. Die Familie seiner Mutter Ilse, eine geborene Hauer, ist hier daheim, er spielt hier Golf, besitzt ein Haus und auch eine Außenstelle der Spedition ist hier angesiedelt. Einen Prokuristen wird es bei Hauer & Kopal nicht mehr geben. „Nicht nur der Schaden, auch die Enttäuschung ist groß. Wenn ein Mitarbeiter dein vollstes Vertrauen genießt und dich dann so hintergeht, ist das wirklich schlimm.“