Großprojekt in Gmünd lief wieder an. Kompostierwerk für Gmünder Kulturschwarzerde demnächst fertig, Start für Gartendeko-Färberei naht. Auch Fischzucht-Pläne von G11-Gruppe vor Einreichung.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 19. März 2021 (04:27)
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Freuen sich über die Fertigstellung des neuen Weges im Access-Park: Wassermeister Thomas Gallistl, Abwasserverband-Betriebsleiter Robert Neumann, Bauhofleiter Thomas Votava, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Stadtbaudirektor Michael Prinz, Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis (v.l.).
Harald Winkler, Harald Winkler

Das spektakuläre, über 30 Millionen Euro schwere Bauprojekt der „G11 Unternehmensverbund AG“ (vormals Bioma) rund um das Heizwerk im Access-Industrial-Park Gmünd hat nach einer Winterpause wieder Fahrt aufgenommen. Ein neuer befestigter Weg als Verlängerung der Grenzlandstraße lässt seit wenigen Tagen auch die räumliche Dimension des Gesamtprojektes erahnen.

„Naturknallweg“ wich zur Seite aus

Der Weg, der auch zur künftigen Anbindung des bei Radlern, Läufern und Spaziergängern beliebten „Naturknallweges“ in Richtung Gmünder Gemeindewald und Breitensee wird, umrahmt das künftige Betriebsareal für Heizwerk, Kompostieranlage, Gartendeko-Färberei und Indoor-Fischzucht. Nördlich soll hinter dem Weg als letzte Stufe eines „(öko)logischen Verbundes“ noch eine 7ha große Glashaus-Anlage für den ganzjährigen Anbau von Bio-Gemüse, das mit der Energie aus dem Heizwerk hochgezogen wird, angedockt werden.

Erste Kulturschwarzerde im Herbst

Vor allem witterungsbedingt habe sich der Bau des Kompostier- und Erdenwerkes für Kulturschwarzerde der Marke „Happy Garden“ – die hier auch abgesackt wird – dezent verzögert, blickt G11-Geschäftsführer Herbert Mandl zurück. Vor wenigen Tagen wurde die Arbeit wieder aufgenommen, mit dem Start der Kompostierung rechnet er nach Fertigstellung der Anlage gegen Mitte April. Die bereits aufgeschüttete, 13.000m 2 große Betriebsfläche muss asphaltiert werden. Erste Kulturschwarzerde aus Gmünd soll nach Durchlaufen des Kompostierungsprozesses im Herbst erhältlich sein.

Gartendeko-Werk: Kosten stiegen um halbe Million

Noch im März dürfte indes anknüpfend an das Kompostierwerk das zweite Bauprojekt starten: Der Aufbau einer generalüberholten Hackschnitzel-Färberei, die im Innviertel abgebaut und hierher übersiedelt wird. Die Kosten seien im Zuge der Detailplanung noch um ein Viertel auf 2,5 Millionen Euro gestiegen, sagt Mandl, der jetzt einer Fertigstellung im Sommer zuversichtlich entgegenblickt. Nasses Hackgut soll hier künftig umweltschonend mit natürlichen Erdpigmentfarben gefärbt werden, die Hitze für den Trocknungsprozess liefert das Heizwerk.

Zanderzucht: Noch Geduld gefragt

„In den letzten Zügen“ liegt laut Herbert Mandl auch der dritte, mindestens 25 Millionen Euro schwere Teil des Ausbauprojektes – die Zanderaufzucht. In mehr als 110 Becken für alle Bereiche zwischen Elterntierhaltung und Mast, verteilt auf zwei Hallen mit einer Gesamtfläche von 12.000m 2 , sollen hier wie berichtet eines Tages etwa 300 Tonnen Premium-Zander pro Jahr gezüchtet und auch selbst verarbeitet werden. 40 Jobs sollen dadurch neu entstehen, die Effizienz des Heizwerkes zusätzlich gesteigert werden.

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Blick über den neuen Teil des „Naturknallweges“ in Richtung des G11-Firmenareals, wo ein Kompostier- und Erdenwerk, eine Gartendeko-Färberei und eine Indoor-Zanderaufzucht geplant sind. Linkerhand soll als letzte Bauetappe eine Glashaus-Anlage für den ganzjährigen Anbau von Bio-Gemüse entstehen.
M. Lohninger, M. Lohninger

Der für heuer erhoffte Baubeginn dürfte sich nicht ausgehen, Geschäftsführer Mandl rechnet mit einer einjährigen Genehmigungsphase – auch deshalb, weil es die erste Zanderzucht dieser Größenordnung in Österreich und den Nachbarstaaten sei.

Was das mit dem Weg zu tun hat, und was die Gemeinde davon hat?

Ganz einfach: Der Teil des „Naturknallweges“ im früheren Niemandsland zwischen Grenzübergang Access-Park und der Einmündung des neuen Weges wird aufgelassen, weil er ins G11-Betriebsareal einfließt. Der neue, etwa 400 Meter lange Verbindungsweg fällt ins öffentliche Gut, daneben verlaufen auch die Verbandssammelkanalisation sowie die Trinkwasserzuleitung zum Abwasserverband Lainsitz im Gemeindewald.