Keine Bescheide vor der Wahl in Kirchberg . Liste „WFK“ will ÖVP-Mehrheit sprengen – und startet mit Angriff wegen Gebühren in Wahlkampf. VP-Gemeindechef Schützenhofer kontert der Kritik.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. Januar 2020 (05:21)
Norbert Edinger und Karl Schützenhofer.
privat; Archiv

Der Wahlkampf ist auch in Kirchberg eröffnet: Bei der Team- und Programm-Präsentation der Liste „Wir für Kirchberg“ für die Gemeinderatswahl sparte Listenchef Norbert Edinger nicht mit Kritik an der ÖVP.

„Mit Jänner ist die Erhöhung der laufenden Kosten für Wasser und Kanal um rund zehn Prozent in Kraft getreten. Auch die einmalige Ergänzungsabgabe müsste verrechnet werden. Die Bescheide dazu sind aber noch nicht ausgeschickt worden“, sagt Edinger. Der Beschluss über diese „finanzielle Mehrbelastung der Bürger“ sei im Juni nur mit den Stimmen der ÖVP gefällt worden, erinnert Edinger, „neben der Gebührenerhöhung muss man für ein Einfamilienhaus mit 120 m 2 verbauter Fläche zusätzlich rund 240 Euro Ergänzungsabgabe berappen!“

"Das wird vermutlich im Februar passieren"

VP-Bürgermeister Karl Schützenhofer weist die Kritik vehement zurück: „Seit vielen Jahren werden Bescheide mit den dazugehörigen Erlagscheinen immer Mitte eines Quartales ausgeschickt. Das wird vermutlich im Februar passieren.“ Edinger sei gegen einen Anschluss an die Verbandskläranlage in Gmünd und für eine eigene Anlage gewesen, betont Schützenhofer zudem, „da wäre die Ergänzungsabgabe noch höher ausgefallen“.

Die zehnprozentige Gebührenerhöhung von Wasser und Kanal sei seitens des Landes gefordert worden. „Ansonsten hätten wir keine Förderungen mehr bekommen. Der Druck war gegeben, noch dazu, wo es seit Jahren keine Erhöhung gegeben hatte“, zeigt Schützenhofer auf.

Hohes Ziel: Edinger will Vizebürgermeister sein

Die ÖVP startete vor einigen Tagen mit Hausbesuchen und Bürgerinformationen in allen Katastralgemeinden. „Dabei verteilen wir auch unsere Parteizeitung. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, seine Anliegen vorzubringen“, betont Bürgermeister Schützenhofer.

Norbert Edinger will indes auf Werbeartikel bis zur Beurteilung von Frühstückssemmeln diesmal verzichten, stattdessen 350 Euro für den Kirchberger Kindergarten spenden. Seine Liste WFK hat ein Ziel, das auch in der Parteibroschüre festgeschrieben ist: „Wir wollen mitregieren – mit einem Vizebürgermeister Norbert Edinger.“ Unterstützt wird er dabei von seinem Team: Herbert Haslinger, Christian Jenny, Christoph Kaufmann, Georg Bruckmüller und Ingrid Edinger.

„Vorrangig geht es uns um das Lkw-Fahrverbot durch das Ortsgebiet von Kirchberg. Das wurde ja auch in Gmünd umgesetzt. Wir hätten auch Möglichkeiten dafür“, so Edinger, der sich zudem für einen Kinderspiel- und Motorikpark beim Kindergarten, den Verkauf des alten Kindergartens, oder Wohnmöglichkeiten für Senioren stark machen will.

Die aktuelle Mandats-Verteilung in Kirchberg: ÖVP 11, SPÖ 6, WFK 1, FPÖ 1.