Späte Rettung am Gmünder Stadtplatz. Verspätet, aber doch in die neue Saison: Zukunft für Sommertreff am Stadtplatz ist fixiert, 22-jährige Isabella Petz startet als Pächterin in die Selbstständigkeit.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 11. April 2019 (06:56)
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Steuern auf die 26. Saison im Sommereck zu: Anton Krapf, die neue Pächterin Isabella Petz, Franziska Thaller und Partner Gerhard Süß (v.l.).

Während in der Eisdiele an der Brunnenseite des Alten Rathauses vor Wochen der Frühling eingekehrt ist, ist „Franzi‘s Schirm“ an der Rückseite immer noch im Winterschlaf. Dennoch fiel Franziska Thaller Mitte der Vorwoche ein riesiger Granitrestling von der Seele: Die Schöpferin des Sommertreffs in der Gmünder Fußgängerzone fand doch noch eine Pächterin – bereits zu Karfreitag soll der Betrieb aufgenommen werden!

Aus der Idee, den im Vorjahr um 30.000 Euro aufgerüsteten und wetterfest gemachten Gastro-Betrieb zu verkaufen, wurde nichts, auch die Pächtersuche verlief lange Zeit ergebnislos. „Für mich war klar, dass ich es heuer nicht mehr mache“, sagt sie zur NÖN: „Ich war verzweifelt, hatte bis Wochenbeginn keine Lösung.“

 „Aller guten Dinge sind drei – jetzt ist es endgültig!“Franziska Thaller zur dritten Pächterlösung in sechs Jahren

Dann ging es plötzlich ganz schnell. Der Gmünder Selfmade-Taxiunternehmer Anton Krapf mit derzeit acht Mitarbeitern und seine 22-jährige Lebensgefährtin Isabella Petz aus Allentsgschwendt in der Gemeinde Lichtenau (Bezirk Krems-Land) erfuhren durch eine Freundin von der Pächtersuche. „Ich griff gleich zum Telefon, wir haben uns rasch geeinigt“, lacht Krapf. Thaller zur dritten Pächterlösung in sechs Jahren: „Aller guten Dinge sind drei – jetzt ist es endgültig!“

Petz gibt für den Gang in die Selbstständigkeit quasi über Nacht einen Fulltime-Job in der Kuba-Bar in Zwettl auf. Krapf will ihr künftig nicht nur privat, sondern auch beruflich zur Seite stehen – und bei Bedarf auch einen Heimbringdienst für Gäste anbieten. Beide wissen sehr genau, worauf sie sich da einlassen: Anton Krapf ist gelernter Kellner, Isabella Petz (gelernte Konditorin und Bäckerin) bringt die Erfahrung aus dem elterlichen Dorfwirtshaus mit.

Schirmbetrieb künftig auch für Advent geplant

Der Übergang soll „fließend und sanft“ stattfinden, wie alle Seiten betonen: Zum Start soll das bewährte Angebot übernommen werden und Thaller noch aushelfen – auch, damit das junge Paar einen bereits gebuchten USA-Urlaub nicht stornieren muss. Für 1. Mai kündigt die neue Pächterin eine Eröffnungsfeier mit Live-Musik an, danach sollen allmählich eigene Akzente gesetzt werden.

Dank der Möglichkeit des Wintergartens soll die Schirmbar künftig im Sommer auch bei Schlechtwetter betrieben werden, „außerdem wollen wir auch in der Adventzeit öffnen“.

Für ihre erste eigene Saison am Schirm sucht Isabella Petz rasch Personal – im Idealfall sollen drei bis vier Kräfte um das Wohl der Gäste bemüht sein.