WKO: Obmann Peter Weißenböck vor Abschied. Ganz im Zeichen des Abschieds und Neubeginns stand der Neujahrsempfang des Wirtschaftsbundes Gmünd am 20. Jänner im Foyer der Wirtschaftskammer:

Von Markus Lohninger. Erstellt am 21. Januar 2020 (06:46)

Nachdem die „Waldschenke“-Wirtin Doris Schreiber im Herbst die Nachfolge von Peter Weißenböck als Obfrau im Wirtschaftsbund Gmünd angetreten hatte, wurde sie nämlich nun auch als neue Spitzenkandidatin für die Wirtschaftskammer-Bezirkswahl im März präsentiert. Weißenböck darf nach 15 Jahren als Bezirksstellen-Obmann laut Statut kein viertes Mal antreten.

Über den Tellerrand hinaus

Schreiber habe sich „bei einem Bier oder auch einem zweiten“ schließlich dafür begeistern lassen, sagte Weißenböck. Ihr Großvater Josef hatte 1971 in Kurzschwarza bei Schrems eine kleine Ausschankhütte für Pilger eingerichtet. Die wurde Zug um Zug ausgebaut, erst an Josefs Sohn und 2009 schließlich schon als weithin bekannte „Waldschenke Schreiber“ an die Enkelin Doris übergeben – und von ihr auf das heutige Niveau erweitert. In der Interessensvertretung sammelte sie jahrelange Erfahrung unter anderem als Gastro-Sprecherin und Bezirksvertreterin für „Frau in der Wirtschaft“.

„Ich habe weit über den Tellerrand hinausblicken, spezifische und gemeinsame Probleme kennenlernen dürfen“, sagte Doris Schreiber am Montag. Die großen Herausforderungen über die Branchen hinweg seien im Bezirk die Bürokratie, das Thema Frau im Beruf, und der Fachkräftemangel. „Genau dafür will ich mich einsetzen – wir müssen die Wirtschaftlichkeit weiter vorantreiben!“ Genauso dürfe man hinsichtlich Ausbau-Forderungen für die Verkehrs-Infrastruktur nicht locker lassen.

Gut durch die Krise

Ins selbe Horn stieß Peter Weißenböck – räumte aber ein, dass zuletzt in Sachen Infrastruktur auch einiges geschehen sei. Generell habe sich vieles zum Positiven entwickelt, seit er vor 15 Jahren fast parallel zur Übernahme der WK-Bezirksstellenleitung durch Andreas Krenn das Zepter anvertraut bekommen hatte: Die Folgen des Eisernen Vorhanges seien zunehmend verblasst, Arbeitslosigkeit und Abwanderung rapide zurückgegangen, selbst die Wirtschaftskrise 2008 habe der Bezirk besser verkraftet als viele andere Bezirke des Landes. Hohe Dynamik hätten selbst die letztlich erfolglosen Bemühungen um die Landesausstellung 2017 im Bezirk ausgelöst.

Wahl im März, Wechsel im Herbst

Weißenböck dankte allen jahrelangen Wegbegleitern und besonders seiner Familie. Es kam auch viel Dank zurück – besonders von Bezirkshauptmann Stefan Grusch: Die Zusammenarbeit von Behörde und Kammer sei in Gmünd so konfliktfrei und vertrauensvoll wie sonst nur selten, so Grusch. Weißenböck trage seit 35 Jahren Verantwortung für einen Betrieb, habe sich aber seinen Familiensinn bewahrt und der Geselligkeit immer hohen Wert beigemessen. „Diese ‚dritte Halbzeit‘ zeichnet uns im Waldviertel aus“, sagte Grusch, und übergab Weißenböck eine Auszeichnung der Bezirkshauptmannschaft.

Das alles klinge etwas nach Abschied, scherzte Wirtschaftsbund-Landesdirektor Harald Servus, aber: „Lieber Peter, wir lassen dich noch nicht aus der Verantwortung.“ Zuerst muss im März gewählt werden, wobei an der Spitze WB-Landesobmann Wolfgang Ecker ins Rennen um die Nachfolge von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl geht. Die Konstituierung des neuen Vorstands im Gmünder Bezirk wird anschließend erst im Herbst erwartet.

Die „dritte Halbzeit“

Bei Häppchen vom gediegenen Buffet aus dem Moorheilbad Harbach, einem Gläschen Wein oder Schremser Bier ließen die Gäste aus Wirtschaft, Politik, Ämtern und Einsatzorganisationen den Abend im WK-Foyer rauschend ausklingen. – Wenn der Bezirkshauptmann persönlich zur „dritten Halbzeit“ rät, dann kann das schließlich kein Fehler sein…