Vorbereiten auf das Lockdown-Ende im Bezirk Gmünd. Behörde rüstet sich für erwarteten Zusatz-Aufwand. Teststraßen-Kapazitäten sollen deutlich ausgebaut werden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:39)
In der Heidenreichsteiner Teststraße schaute die Abgeordnete Martina Diesner-Wais mit Geschenken für die freiwilligen Helfer – im Bild Barbara Bozek, Barbara Körner, Eveline Eigenschink – vorbei. Am Bild auch Erich Müllner, Martin Schuster, Vizebürgermeisterin Margit Weikartschläger.
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Vorbereiten auf den 19. Mai und damit das Ende des Lockdowns heißt es derzeit nicht nur für Unternehmer, Sportvereine oder Kulturschaffende, sondern auch für die Bezirkshauptmannschaft Gmünd. Was beide Seiten eint: Zu den konkreten Rahmenbedingungen sind etliche Fragen offen.

Ziel: „Nicht behindern, sondern unterstützen und begleiten.“ „Leider haben auch wir als Gesundheitsbehörde noch wenig Wissensstand über die Vorgaben“, räumt Bezirkshauptmann Stefan Grusch im NÖN-Gespräch ein. Aber: „Wir bereiten uns bestmöglich auf den zu erwartenden, hohen Arbeitsaufwand rund um den 19. Mai vor.“ Fix ist, dass etwa Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern vorläufig durch die Bezirkshauptmannschaft als Gesundheitsbehörde vorab genehmigungspflichtig sind. „Es wird wieder Veranstaltungen geben müssen. Wir möchten sie nicht verhindern oder behindern“, betont Grusch: „Ziel ist es, zu unterstützen und zu begleiten, damit die Infektionsgefahr so gering wie möglich bleibt.“

Wegen Eintrittstests: Auf Ansturm in Teststraßen vorbereiten. Nicht verhindern, sondern ermöglichen – für das Vorhaben muss auch die Kapazität für kostenlose Antigen-Tests vergrößert werden. Der Bezirkshauptmann geht davon aus, dass es unter anderem Eintrittstests zu Gastrobetrieben geben wird – in welcher Ausprägung und mit welchen Fristen auch immer. Die Kapazitäten für kostenlose Tests liegen im Bezirk bei etwa 8.300 pro Woche, sie sollen um zumindest ein Drittel angehoben werden.

Zentrale Test-Orte bald täglich offen? Wie das organisiert werden kann, das wurde nach Redaktionsschluss in einer Online-Bürgermeisterkonferenz beraten. Denkbar ist etwa, dass mehr Gemeinden Teststraßen einrichten, oder dass solche an zentralen Orten wie dem Palmenhaus in Gmünd künftig täglich betrieben werden – eventuell abwechselnd durch Regionsgemeinden. In Hirschbach wird ab 22. Mai bereits auch der Samstag als fixer Testtag dazugenommen (8-9 Uhr). Im Norden wird über eine Kooperation der Stadtgemeinden Heidenreichstein und Litschau zwecks Erhöhung der Testdichte nachgedacht, wie Litschaus Bürgermeister Rainer Hirschmann sagt. Für Schrems wird die Testzeit ab 19. Mai mittwochs verlängert (dann: 8-12 statt bisher 9-11 Uhr).

7-Tages-Inzidenz nur noch zweistellig. Bezirkshauptmann Grusch bittet die Bevölkerung, „sich trotz der Lockerungen an die Vorgaben zu halten. In Vorarlberg hat sich deutlich gezeigt, wie sich die Dinge rasch entwickeln können.“ Insgesamt ist der Gmünder Bezirk für Öffnungsschritte jedenfalls auf Kurs – trotz eines Clusters in Großschönau mit 19 Infizierten in einer Woche. 33 Infektionen im Bezirk waren so wenig wie lange nicht, die 7-Tages-Inzidenz sank zum Wochenstart auf 82, die Infiziertenzahl auf 54.

Göll: „30 Prozent sind geimpft“. Landtags-Abgeordnete Margit Göll spricht von 11.000 verabreichten Impfdosen im Bezirk per 29. April, darin 8.200 Erstimpfungen. „Rund 30 Prozent der Menschen im Bezirk sind bereits geimpft und damit gegen die Coronakrankheit geschützt“, freut sie sich. 4.400 weitere Impfdosen seien für die nächsten Wochen für das Gmünder Impfzentrum reserviert: „Damit setzen wir maßgebliche und wichtige Schritte im Kampf gegen die Pandemie.“ Bis 10. Mai soll jeder die Chance haben, einen Termin für sich zu buchen.