B41-Ausbau in „Zielgerade“. Vierspuriger Ausbau Richtung Schrems wird vorbereitet, Planungsstart auch für letzte Etappe.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 10. Februar 2019 (05:15)
NLK Filzwieser
Landesrat Ludwig Schleritzko (links) und NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker präsentierten die Straßenbaupläne des Landes NÖ für das laufende Jahr.

Eine spannende Woche haben wir in Sachen Verkehr hinter uns: VP-Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko beantragte wie angekündigt bei FP-Verkehrsminister Norbert Hofer die „Strategische Prüfung Verkehr“ als Voraussetzung für den geplanten Bau der „Europaspange“ durch das Waldviertel zwischen S10 und S3. Die ÖBB präsentierten indes 600 Millionen Euro schwere Ausbaupläne für das Bahnnetz in der Ostregion im laufenden Jahr, das Waldviertel kommt darin nicht vor.

Keine sehr dicke Scheibe fällt für das obere Waldviertel auch vom 303 Millionen Euro dicken Kuchen ab, den Land NÖ und Asfinag für Ausgaben zum Straßenbau Niederösterreichs 2019 kreiert haben. Zwei wichtige Projekte präsentierte Schleritzko vorige Woche aber doch:

B41 zwischen Gmünd und Schrems

Die Passage, die als meistbefahrenes Straßenstück im oberen Waldviertel gilt und vor allem während der Kartoffel-Kampagne ein Nadelöhr ist, kam vorigen Sommer nicht nur wegen Unfällen in die Schlagzeilen: Einer von etwa 50 betroffenen Grundstücks-Besitzern hatte den vierspurigen Ausbau auf 1,3 Kilometern zwischen Hohen eich und Knoten Anderlfabrik verhindert. Die etwa 1,5 vom Land NÖ reservierten Millionen Euro flossen in andere Straßenbau-Projekte im Bezirk Gmünd. Heuer wird ein zweiter Anlauf genommen, nötigenfalls mittels Enteignungs-Verfahrens.

NLK Filzwieser
Landesrat Ludwig Schleritzko (links) und NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker präsentierten die Straßenbaupläne des Landes NÖ für das laufende Jahr.

Inzwischen sei man mit dem Projekt „in der Zielgeraden“, heißt es von Schleritzko und Gerald Bogg, dem Leiter der regional zuständigen Straßenbauabteilung in Waidhofen. Die Bauvorbereitung solle so anlaufen, dass man etwa in Sachen Erdarbeiten zunächst auf bereits abgelösten Grundstücken beginne.

Die Planungen für den vierspurigen Fortbau auch zwischen Anderlfabrik und Schrems seien, so Bogg weiter, ebenfalls bereits angelaufen: „Wir sind in der Grundlagen-Vorbereitung, erste Besprechungen mit Anrainern hat es bereits gegeben.“ Die großen Brocken sind freilich die aktuellen Straßenquerungen, die für eine spätere Vierspurigkeit aufgehoben werden müssen. Ein Brückenbau ist immer noch Thema, genauso werden Verlegungen von Kreuzungen geistig durchgespielt. „Zuerst muss geklärt werden, was möglich ist. Dann geht es darum, was finanziell die beste Lösung ist“, blickt Bogg voraus.

B36-Umfahrung Großglobnitz bis Kleinpoppen

Mehr als 15 Jahre, nachdem in der NÖN erstmals über eine geplante Umfahrung der Kette an Dörfern entlang der B36 zwischen Großhaslau (Gemeinde Zwettl) am Ende des aktuellen Ausbaustückes von Zwettl kommend und Kaltenbach (Gemeinde Vitis) berichtet wurde, lichten sich endlich die Nebel: Für die Jahresmitte werden die Verhandlungen zum „Umweltverträglichkeitprüfungs-Verfahren“ für eine etwa 8,5 Kilometer lange Umfahrung zwischen Großhaslau und Kleinpoppen (Gemeinde Echsenbach) erwartet, nach dem Genehmigungs- und Projektierungs-Prozess geht es um die Grundeinlösen. Die Bauphase wird nun für 2021/2022 erwartet. Für die attraktivere Anbindung vor allem des Raumes Schrems-Waidhofen an den Zentralraum Krems-St. Pölten wird – vor Grundeinlösen – mit Kosten von etwa 42 Millionen Euro spekuliert. Zwölf Brücken und drei Anschlussstellen sind angedacht.