„Schwermetall“ aus Großschönau für die Welt. Heavy-Metal-Band aus dem Bezirk Gmünd feiert „Neon Nights“ – mit neuen Fans rund um den Globus.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 12. Juni 2021 (03:49)
GROSSSCHÖNAU - „Schwermetall“ für die Welt: Zweites „Küenring“-Album
„Neon Nights“ ist der zweite Streich von Stefan und Florian Gutenthaler, Michael Sulzbachner & Sebastian Sauer.
privat bzw Menna/Shutterstock.com (HIntergrund)

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Aus der Waldviertler Landgemeinde Großschönau in die weite Welt: Die Heavy-Metal-Band „Küenring“ meldete sich mit ihrem zweiten Album „Neon Nights“ zurück, und eroberte fast über Nacht eine stattliche Fangemeinde zwischen Nord-, Mittel- und Südamerika, Russland & China. Alleine auf Youtube wurde das Album in einer Woche mehr als 10.000 Mal gehört, die Kommentare fielen durch die Bank euphorisch aus.

Ohne Leder, Nieten & Patronengurt: Lack ist nicht ab. Seit dem Erstling, der 2018 eine Sammlung von Songs aus acht Bandjahren war, hat sich einiges getan. Die Mitglieder – damals 18 bis 26 – haben sich kompositorisch, technisch und gesanglich weiterentwickelt.

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„Neon Nights“ ist der zweite Streich von Stefan und Florian Gutenthaler, Michael Sulzbachner & Sebastian Sauer.
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„Neon Nights“ – der Name ist Programm, der Inhalt eine Reminiszenz an vergangene Sommer in der City. Küenring bleiben ihren Helden der späten 1970er, frühen 1980er treu, bewegen sich aber von Speed- und Thrash- zum klassischen Metal der Marke Judas Priest bis Scorpions. Parallel dazu wandelte sich das Outfit – Lederkluft, Nieten & Patronengurt wurden gegen simple Jeans getauscht. Der Lack ist nicht ab, im Gegenteil. Nach überlangen Songs am Debütalbum ist das neue Material vom funkensprühenden „Dead On“ weg direkter, kurzweiliger, knackiger, auch runder und eingängiger. Das Quartett ließ auch Raum für die Ballade „Streetlight Dream“ und das sanfte und doch kräftige „Demon“, ein Highlight der CD.

Authentisch bleiben, Spaß haben. Geplant war das nicht, sagt Gitarrist Florian Gutenthaler. „Die Richtung taugte uns voriges Jahr einfach mehr, unbewusst hat sich das vermutlich in unserer Musik niedergeschlagen.“ Authentisch wolle man bleiben und spielen, was eben gerade Spaß mache. Umso besser, wenn das auch bei Hörern ankommt.

Die Songs entstehen im Team, gemeinsam wurde auch – anders als 2018 – im Plattenwerk Wien aufgenommen. „Alle waren einige Tage beisammen, es hat wesentlich mehr Spaß gemacht“, blickt Gutenthaler zurück. Sein Bruder Stefan, Bassist, Sänger und im Beruf Tontechniker, hat für den Mix selbst Hand angelegt. Vertrieben wird das Werk in digitalen Kanälen wie Bandcamp (wo der Großteil des Erlöses an die Band geht) und über ein deutsches Label, das den Musikern auch LPs & CDs für den Eigenverkauf überlässt.

Internet als Fenster ins Metal-Universum. Wann Stefan & Florian Gutenthaler, Michael Sulzbachner (Gitarre) und Sebastian Sauer (Drums/Percussion) wieder auf einer Bühne zu sehen sein werden, das ist ungewiss. „Die Planung war wegen der Virus-Situation sehr schwer. Wir hoffen aber, bald wieder live spielen zu können… es geht ziemlich ab“, sagt Gitarrist Florian. Das „STP-Metalweekend“ im September ist fix eingeplant, eine kleine Tour mit der befreundeten Tiroler Band „Liquid Steel“ könnte im Herbst was werden, ein Auftritt in der Arena Wien genauso.

Und – bei allem Schaden des Internet durch Gratis-Musik: Es ist auch ein weites Fenster in die Welt. Neben Zugriffen und Verkäufen rund um den Erdball brachte es Küenring soeben das Angebot für eine kleine Spanien-Tour 2022 ein. Da könnte es auch schon weiteres neues Material geben: An Ideen getüftelt wird immer – in Zeiten ohne Shows noch intensiver als sonst.

Hier gehts zu „Neon Nights“:

https://www.youtube.com/watch?v=VT9Bj_pm1NQ