100 Haushalte in St. Valentin überflutet. 90 Feuerwehrkräfte waren am Dienstag in St. Valentin im Einsatz und pumpten zahlreiche Keller im Gemeindegebiet aus. Augenzeugen berichten, dass sie so sintflutartige Regenfälle noch nie gesehen hätten.

Erstellt am 09. Juli 2014 (15:47)
NOEN, foto-kerschi.at
Die Langenharter Unterführung wurde von den Wassermassen komplett unterspült. DIe Feuerwehr musste diese auspumpen und anschließend von Sand und Schlamm reinigen.
„Ich habe mit mehreren Leuten gesprochen, die gesagt haben, sie können sich in den letzten Jahrzehnten an keine derartigen Regenfälle erinnern“, berichtet St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr von der großen Flut, die durch einen Wolkenbruch am Dienstag Nachmittag gegen 15.30 Uhr über die Stadtgemeinde hereinbrach.

Auch Unterführungen standen unter Wasser

Einige Kameraden der FF St. Valentin waren gerade zufällig in ihrem Feuerwehrhaus. Sie erkannten schnell die Dimension der sintflutartigen Regenfälle und alarmierten gleich den Unterabschnitt St. Valentin mit den Feuerwehren CNH, Endholz und Rems, sowie in weiterer Folge die Feuerwehren Stadt Haag und Ernsthofen zur Unterstützung.

Innerhalb kürzester Zeit wurden sehr viele Keller überflutet. Im Minutentakt gingen in der Bereichsalarmzentrale Amstetten Anrufe von Bürgern mit überfluteten Kellern ein. Auch zwei Unterführungen an den Hauptverkehrswegen in St. Valentin standen unter Wasser. Die beiden Ortsteile St. Valentin und Langenhart etwa wurden voneinander abgeschnitten.

45 l/m² Regen fielen pro Minute

Unbestätigten Messungen zu Folge fielen innerhalb weniger Minuten 45 l/m² Regen, berichtet die FF St. Valentin. Viele Keller standen einen Meter unter Wasser und mussten mit Tauchpumpen ausgepumpt werden. Andere Keller mussten mittels Nasssaugern „trocken“ gelegt werden.

Tiefgaragen blieben ebenfalls nicht verschont und mussten ausgepumpt werden. Die Überflutung der beiden Unterführungen führte auch zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen in der Stadt.

Nur langsam konnten die Wassermassen durch die ortsfesten Pumpen abgesaugt werden. Die Unterführung Langenhart musste dann noch von Sand und Schlamm gereinigt werden.

Insgesamt standen sechs Feuerwehren mit 90 Feuerwehrkräften und 16 Fahrzeugen an zunächst 70 Einsatzadressen im Gemeindegebiet von St. Valentin im Einsatz. „Am nächsten Tag haben sich auch noch einige Betroffene gemeldet, die nicht die Feuerwehr alarmierten und sich einfach geholfen haben“, berichtet die Bürgermeisterin. „Insgesamt waren sicher an die 100 Haushalte von Überflutungen betroffen.“

Suchan-Mayr: "Versuchen, Schwäche im Kanalsystem zu beheben"

Teilweise strömten die Wassermassen durch undichte Fenster und Türen in die Häuser ein, teilweise wurde das Hochwasser aber durch den Kanal in die Keller der Häuser gedrückt. „Das Hochwasser hatte nichts mit unseren Bächen und Flüssen zu tun. Die Menge an Wasser war einfach zu viel in der kurzen Zeit. Wir werden jetzt natürlich versuchen, die Schwäche im Kanalsystem zu orten und zu beheben, das wird aber nicht einfach“, erklärt Kerstin Suchan-Mayr.

Die Überflutungen konzentrierten sich auch nicht auf einen Punkt in der Stadtgemeinde. „In St. Valentin, in Langenhart, überall kam es Überflutungen“, berichtet die Ortschefin.

Der letzte Einsatz wurde am Dienstag Abend gegen 23 Uhr abgeschlossen. Die freiwilligen Einsatzkräfte aller eingesetzten Feuerwehren leisteten für die Bürger von St. Valentin rund 600 ehrenamtliche Einsatzstunden.
Am Mittwoch, 9., und Donnerstag, 10. Juli, richtet die Stadtgemeinde zwei öffentliche Sammelstellen ein, bei denen die betroffenen Bewohner ihren Unrat abgeben können.