Vorreiter Wolfsbach: Mit Sonnen-Kraft Strom produzieren. Wolfsbach produziert mehr Strom mit Sonnenenergie als Haushalte verbrauchen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 14. August 2020 (04:21)
Sie „stehen“ auf Biomasse und versorgen Wolfsbach mit Sonnenenergie: Bürgermeister Josef Unterberger und Umweltgemeinderat Werner Brunmayr (von links).
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Zehn Gemeinden niederösterreichweit wurden kürzlich ausgezeichnet, weil sie eine hundertprozentige Abdeckung ihres Stromverbrauchs allein mit Sonnenenergie schaffen. Darunter war auch Wolfsbach. Die „Sonnengemeinde“ Wolfsbach darf also schon jetzt auf hundertprozentige CO 2- freie Energieversorgung bei den Gemeindegebäuden, Wasserversorgungsanlagen und bei Beleuchtung stolz sein.

Seit vielen Jahren schon werden mehrere Photovoltaikanlagen auf Dächern von Gemeindebauten betrieben, seit mehr als zwölf Jahren setzt die Gemeinde zudem bei der Beheizung auf Energie aus Biomasse, wobei die Hackschnitzel von Wolfsbacher Bauern zugeliefert werden. Es existieren zwei Heizwerke, eines befindet sich bei der Schule, das zweite im Bauhof. Außerdem wurde die Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten umgestellt, was eine Ersparnis von zwei Drittel des Stromverbrauchs und eine wesentlich bessere Beleuchtungsqualität bedeutet. „Im Zuge der Errichtung einer fünften Kindergartengruppe im alten Gemeindehaus wird nun auch das letzte Gemeindegebäude auf CO 2 -neutrale Biomasse-Nahwärme umgestellt“, blickt Werner Brunmayr in die Zukunft, der dem Arbeitskreis für Umwelt, Energie und Wasser vorsteht und gemeinsam mit den Gemeinderäten Josef Wagner, Franz Bader, Wolfgang Stöffelbauer, Leopold Schmidinger, Robert Gremel, Franz Josef Lichtenberger und Matthias Hofschwaiger zukunftstaugliche Projekte erarbeitet. Und Bürgermeister Josef Unterberger ergänzt: „Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 20. Juli beschlossen, die Stromversorgung aller Gemeindegebäude und Anlagen auf zertifizierten Naturstrom umzustellen.“

Gemeindepaket für Klima-Investitionen

Um ökologische Investitionen zu fördern, hat die Bundesregierung aufgrund der Coronakrise ein Gemeindepaket in Höhe einer Milliarde Euro beschlossen. Mindestens 20 Prozent davon – 200 Millionen Euro – sollen dabei für Klimaschutzzwecke wie den Photovoltaikausbau verwendet werden. „Auch aufgrund der Förderungen des Landes ist jetzt der richtige Zeitpunkt für weitere Umsetzungsschritte; die Energieberatung unterstützt Gemeinden auf dem Weg in die Energiezukunft“, rät Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ. „Unsere Gemeinden investieren in den Umweltschutz und schaffen damit auch Wertschöpfung für die Betriebe und Arbeitsplätze vor Ort“, hob Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf anlässlich der Übergabe der Auszeichnung für Sonnengemeinden in St. Pölten hervor. In NÖ werden bereits 100 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien, also aus Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik produziert, der NÖ Klima- und Energiefahrplan sieht freilich sogar eine Verzehnfachung der Photovoltaik bis 2030 vor.