24 Stunden am Tag im Einsatz für Tiere. Tierrettung Steyr / Der ehrenamtliche Verein unter Obmann Gerhard Wagner blickt auf 2.828 Einsätze in den letzten drei Jahren zurück.

Von Daniela Führer. Erstellt am 28. Januar 2014 (23:59)
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Von Daniela Schlemmer

STEYR/BEZIRK AMSTETTEN / Zu sage und schreibe 2.828 Einsätzen wurde die Tierrettung Steyr unter Obmann Gerhard Wagner in den letzten drei Jahren gerufen. 14.316 Stunden war das Team der Tierrettung, das derzeit aus sechs Helfern besteht, dabei im Einsatz. 15.389 Telefonanrufe wurden registriert. „Wir sind rund um die Uhr erreichbar, völlig ehrenamtlich“, erklärt Wagner, der 2010 die Tierrettung Steyr gründete.

Das Einsatzgebiet der Tierrettung erstreckt sich von St. Florian, Asten und Enns bis ins Ennstal in der Steiermark und den Westen Niederösterreichs bis Amstetten und Waidhofen. Dementsprechend sind die Tierretter viel unterwegs. „In den letzten drei Jahren sind wir über 380.000 Kilometer gefahren“, erzählt Wagner. Alleine beim Hochwasser von 6. bis 8. Juni waren sie 120 Stunden im Einsatz und fuhren 620 Kilometer.

Bei ihren Einsätzen gehen die Tierretter weit: „Im November holten wir ein kleines Kitz aus dem Wasser. Dafür mussten wir rein in das kalte Wasser. Das ist aber Ehrensache, dass man da hilft“, sagt der Obmann und Träger der goldenen Ehrennadel des OÖ Tierschutzvereines.

Hunde, Katzen oder Reptilien

Oft arbeitet die Tierrettung auch mit der Feuerwehr und der Polizei zusammen. Gar mit der Cobra war Wagner schon im Einsatz. „Nach einer Gasexplosion in Linz retteten wir über das Fenster einer Wohnung die darin gefangenen Tiere“, erzählt er.

Besonders häufig werden Wagner und sein Team mit Verkehrsunfällen mit Tieren oder tierischen Findlingen konfrontiert. „Es werden oft Tiere ausgesetzt, vor allem Katzen und Hunde. Aber auch Reptilien, mitunter sogar ganz seltene.“

"Unterstützen auch sozial schwache Menschen"

Doch es sind nicht nur die Tiere, denen die Tierretter helfen. „Wir unterstützen auch sozial schwache Menschen, beispielsweise mit Tierfutter“, sagt der Steyrer. Doch das sei nicht einfach, da die finanzielle Unterstützung für die Tierrettung gering ausfällt. „Wir bekommen keine Förderungen, daher suchen wir auch Fördermitglieder. Wir sind für jede Hilfe dankbar, die wir kriegen“, erklärt er. Zur Finanzierung der Tierrettung: Bei Rettungseinsätzen kommen die Tierbesitzer für die Kosten auf. Können aber keine Besitzer ausfindig gemacht werden, bleibt der Verein auf den Kosten sitzen.

„Derzeit suchen wir auch nach einem ehrenamtlichen Mitarbeiter im westlichen NÖ“, erklärt der Steyrer. Er wünscht sich auch eine Außenstelle im Bezirk Amstetten. „Eine Art Auffanglanger für Tiere, die wir dort im Notfall über Nacht versorgen können“, erklärt er. „Es wäre toll, wenn wir dafür einen Baucontainer bekämen.“