Aus Gas wird Energie. Seit März wird aus dem vorhandenen Biogas in der Kläranlage in St. Valentin Strom erzeugt und so die Kläranlage mit Energie versorgt.

Von Daniela Rittmannsberger. Erstellt am 16. Juni 2014 (11:37)
Betriebsleiter Erich Huber, Michael Purkarthofer und Stadtrat Andreas Pum (v.l.) überzeugen sich von der Technik des neuen Blockheizkraftwerkes, das künftig das Biogas der Anlage verwertet.
NOEN, Rittmannsberger

Strom erzeugen aus eigenen Mitteln – das praktiziert man seit Ende März bei der St.Valentiner Kläranlage. „Beim natürlichen Faulprozess entsteht Biogas, das wir bisher immer abgefackelt haben. Nur der Faulturm und das Bürogebäude wurden bereits mit der entstehenden Abwärme beheizt“, erklärt Andreas Pum, Stadtrat für Tiefbau. Um die Abwärme in Zukunft noch besser zu nutzen, ist seit Ende März ein Blockheizkraftwerk in Betrieb.

„Durch das Kraftwerk können wir Gas in Strom umwandeln“

Das Biogas treibt in dem Kraftwerk einen Motor an, durch diese Energie werden zwei Drittel Wärme und ein Drittel Strom erzeugt. Bei Volllast erzeugt das neue Kraftwerk 28 KW Strom in der Stunde, insgesamt werden an einem Tag 400 bis 500 KW erzeugt.

Durch diese neu gewonnene Energie kann der Mindestbedarf der Kläranlage gedeckt werden, der gesamte Bedarf an Energie beläuft sich zirka auf das Doppelte. Für Andreas Pum ist das Blockheizkraftwerk eine gelungene Investition: „Dieses Biogas war immer da, wir haben es bisher nur nicht genutzt. Durch das Kraftwerk können wir das Gas jetzt nicht nur in Wärme, sondern auch in Strom umwandeln. So wird der Wirkungsgrad wesentlich erhöht.“ Rechnen wird sich die Anschaffung laut Pum in fünf bis sechs Jahren.

Energie-Optimierungsprogramm läuft seit 2010

Die neuwertige Anlage ersetzt die Ölheizung, die zuvor für Wärme sorgte. Benötigt wurde diese schon seit Längerem kaum, erinnert sich Betriebsleiter Erich Huber. Bereits im November wurden die alten Öltanks entfernt und mit den Vorarbeiten für das Blockheizkraftwerk begonnen. Zusätzlich verfügt die Kläranlage über Photovoltaikanlagen, deren Ertrag ebenfalls in die Stromversorgung der Abwasserbeseitigung eingespeist wird.

Die Anschaffung des Blockheizkraftwerks ist der Abschluss des Energieoptimierungsprogramms, das seit 2010 in der Stadtgemeinde umgesetzt wird. Neben einem Systemumbau, des Umbaus der Überschussschlammeindickung und der Errichtung eines Vorklärbeckens im Jahr 2012 steht nur mehr die Generalsanierung der Kläranlage auf dem Programm. Insgesamt nahm das Projekt 750.000 Euro in Anspruch.