Kritische Bilderwelten in St. Valentin. Manfred Brandstätter zeigt unter dem Titel „Homo! Sapiens?“ seine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorgängen.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 06. Oktober 2019 (02:56)
sehen sind.
Manfred Brandstätter vor einem seiner „Denkobjekte“, die bei der Ausstellung im Bahnhof-PostGebäude zu

Vor rund zehn Jahren startete für Manfred Brandstätter eine fruchtbare Schaffensphase mit Werken, die die alltägliche Misere der Konsumgesellschaft reflektieren. Bilder wie „Landraub“ oder „Der Weg wohin“ zählen zu den eindrucksvollsten künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Konsumgesellschaft und ihren Folgen.

Vergleichbar Aufrüttelndes findet man auch in seinen Installationen. Nicht zynisch, doch kritisch und schonungslos durchleuchtet er ökonomische und soziale Prozesse. Mit hohem Energieaufwand erstellt er seine Rauminstallationen, die sich in keiner Schublade der aktuellen Kunst einordnen lassen.

Ein Exponat, das im Bahnhof-Postgebäude zu sehen ist, sei hier herausgegriffen: Es thematisiert Konsumwaren und Umwelt. Am Boden sind Fotografien von menschlichen Rücken wie Fliesen aufgelegt. Knapp dahinter ein Sockel mit einer Schale Reis. Dazu die Zeilen „Wer dabei frei ist von Schuld, werfe….“. Die Betrachterin oder der Betrachter sollen aufgerüttelt werden, nachzudenken über die menschlichen Ressourcen. „Ich will mit meinen sozial- und konsumkritischen Bilderwelten nicht ein diktatorisches Statement abliefern. Vielmehr soll ein Prozess des Nachdenkens eingeleitet werden. Es geht um Verantwortung für die Zukunft“, erklärt Manfred Brandstätter, der weiterhin kritische Zeichen setzen will.