Offenes Atelier mit Jazz und Wein in St. Peter/Au

Erstellt am 26. September 2022 | 06:24
Lesezeit: 3 Min
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Der international bekannte Bildhauer Franz J. Rittmannsberger lädt in das schöne Ambiente seines privaten (Skulpturen-)Gartens zur persönlichen Begegnung und zum „Begreifen“ der Steine ein.
Foto: Penz
Der international bekannte Bildhauer Franz J. Rittmannsberger lädt zu einer „Skulpturenschau“ und unterstützt damit das Straßenkinder-Projekt von Pater Sporschill.
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Kraftvolle Steinskulpturen sind es, die den gebürtigen Biberbacher Franz Joseph Rittmannsberger seit seiner Jugend faszinieren. Und er fasziniert nach der künstlerischen Bearbeitung seiner Findlinge, die aus aller Welt (Namibia, Griechenland, Spanien, Norwegen), mitunter aber auch aus dem Mostviertel stammen, seinerseits wieder den Betrachter seiner Werke, die sich durch handwerkliche Perfektion – gepaart mit viel Wissen über Mineralogie – und somit höchste bildhauerische Qualität auszeichnen.

Der in den 1980er-Jahren als Steinbildhauer autodidakt beginnende Rittmannsberger konnte für sich in dreijähriger Zusammenarbeit mit dem Bildhauer W. Jura – später auch Alfred Hrdlicka – das künstlerische Rüstzeug erwerben, hat aber seinen eigenen Stil gefunden. Er richtet den Blick auf den Stein, erkennt die Strukturen und haucht der an sich „toten“ Materie durch seine Meisterschaft und Kunst Leben ein. Schweres erhält bei ihm plötzlich Leichtigkeit und strahlt faszinierende Harmonie aus. Jede seiner Skulpturen vermittelt eine ganz bestimmte Botschaft, wenn er Strukturen und Formen ästhetisch überhöht und somit großartig zur Geltung bringt. Er arbeitet in seinem Atelier am Bognerhof im romantischen Dobratal nahe St. Peter, kann dort, umgeben von der Natur, optimal seine Kreativität ausleben, und so wird seine Arbeit für ihn beinahe zu einer Art Meditation.

Steine werden mit Leben erfüllt

Das Entstehen einer Skulptur bedeutet für ihn einen speziell kreativen Schaffensprozess. Es dominieren vegetativ organische Formen, vor allem des menschlichen Körpers, wobei in ständiger Suche nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten diese Formen mit den Strukturen verschmelzen und das Werk somit zu leben beginnt. Rittmannsbergers Skulpturen ähneln oft menschlichen Fragmenten, die durch ihre glatte Oberflächenstruktur vergessen lassen, dass es sich um schweren, harten Stein handelt. Seine Werke wurden schon in aller Welt gezeigt – von Ferrara über Florenz und Manhattan, Melbourne oder in der Montserrat Gallery New York, im Sommer 2022 erneut in Nizza.

Die Galeristen Cornelia und Günter Mitter präsentieren Rittmannsbergers Werk immer wieder einmal an mit den Steinskulpturen besonders harmonisierenden Ausstellungsorten, zum Beispiel in einem Bootshaus der Anlegestelle Kammer am Attersee, wo der blaue Chrysokoll aus Namibia tatsächlich das Blau des Attersees widerspiegelt. Ständig ist Rittmannsberger, der auch an Symposien im In- und Ausland teilgenommen und zu Studienzwecken zahlreiche Reisen nach Griechenland, Frankreich, Norwegen, Namibia, Schottland, Irland oder auch den Iran unternommen hat, in der Galerie Morteveille in Wien vertreten.

Rittmannsberger zählt zweifellos zu den bedeutendsten österreichischen Vertretern der klassischen Bildhauerei, der auch international schon vielfach ausgezeichnet worden ist. Trotz allem schätzt er die Nähe zu heimischen Kunstliebhabern sehr und lädt diese daher am 1. und 2. Oktober in sein Atelier und das schöne Ambiente seines privaten (Skulpturen-)Gartens zur persönlichen Begegnung und zum „Begreifen“ der Steine ein. Unter dem Motto „Saxofon trifft Skulptur“ wird Andreas Weiss am Samstag um 16 Uhr eine Jazz-Performance geben, zudem werden die Winzer Maria und Gerhard Wagner aus Neusiedl am See an beiden Tagen ihre Weine präsentieren. Mit dieser Aktion will der Künstler das Straßenkinder-Projekt „Elijah“ von Pater Georg Sporschill in Rumänien unterstützen.

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