Haidershofen ist Vorreiter in Sachen Photovoltaik. Seit 2013 liegt Haidershofen an der Spitze der NÖ Photovoltaik-Rangliste und erzeugt mehr Strom als Haushalte verbrauchen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:21)
Bürgermeister Manfred Schimpl (rechts) und Firmenchef Stefan Reitbauer vor einem Teil der Photovoltaikanlagen, die auf den Dächern der Firmenhallen des Säge- und Mischfutterwerks angebracht sind.
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Zehn von insgesamt 573 Gemeinden in Niederösterreich gelingt es, mit Photovoltaik mehr Strom zu erzeugen als sämtliche Haushalte verbrauchen. Eine davon ist Haidershofen. „Seit 2013 erzeugen wir im Verhältnis zur Einwohnerzahl den meisten Sonnenstrom aller Gemeinden“, ist Bürgermeister Manfred Schimpl stolz, Spitzenreiter der niederösterreichischen Photovoltaik-Rangliste zu sein.

Haidershofen ist seit dem Jahr 2000 Klimabündnisgemeinde und setzte daher auch sehr bald auf Sonnenstrom. Bei der Sanierung der öffentlichen Gebäude wurde auch gleich immer eine Photovoltaikanlage mitberücksichtigt. Das Gemeindeamt ist das letzte öffentliche Gebäude, das noch fehlt. „Hier errichten wir eine 30 kWp-Anlage, die vom Gemeinderat schon beschlossen wurde“, erklärt Schimpl. In Summe erzeugen die Gemeindeanlagen rund 100.000 kWh pro Jahr. „Eine Gemeinde hat viele Dinge, die Geld kosten, zu denen man aber einfach stehen muss“, erklärt der Bürgermeister das Haidershofner Engagement für Photovoltaik. „Es liegt an uns allen – Gemeinden, Privatpersonen oder auch den Firmen – sich hier einzubringen und erneuerbaren Strom zu liefern“, ergänzt der Ortschef.

Und die Firmen sind es auch, die in der Gemeinde den Großteil des Stroms erzeugen. Allen voran das Reitbauer Säge- und Mischfutterwerk, dessen Photovoltaikanlage eine der größten Auf-Dachanlagen Österreichs ist.

8.000 Quadratmeter Dachfläche genutzt

Auf den bestehenden Firmenhallen mit rund 8.000 Quadratmetern Dachfläche werden bis zu 1.200 kWp Strom erzeugt. 60 Wechselrichter wandeln den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom um und dieser wird ins Stromnetz eingespeist. Damit deckt man 70 Prozent des eigenen Energieverbrauchs. „Die Anlage ist komplett wartungsfrei und es gibt null Kosten. Die Anlage läuft zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich kann nichts Negatives sagen“, ist Firmenchef Stefan Reitbauer überzeugt von dieser Art der Stromerzeugung.

Abseits der Photovoltaikanlagen setzte man in der Gemeinde auch weitere wichtige Schritte in der Energieeffizienz. „In Haidershofen hat man vollständig auf stromsparende LED-Straßenbeleuchtung umgestellt. Das Miteinander von Energiesparen und erneuerbarer Energie macht Haidershofen zum Vorbild für ganz Österreich“, erklärt Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ bei der Ehrung in St. Pölten, bei der die zehn Sonnengemeinden vor den Vorhang geholt wurden.