Ergreifendes Musik-Erlebnis in St. Valentin. Originalklangorchester Barucco und Chor Ad Libitum ernteten Begeisterung.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 24. Juli 2021 (05:20)
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Der Chor Ad Libitum und das Originalklangorchester Barucco mit Dirigent Heinz Ferlesch begeisterten am Samstagabend in der Pfarrkirche Langenhart mit Bachs Messe in h-Moll.
Kogler, Kogler

Johann Sebastian Bachs Messe in h-Moll umkreist Themen, die ans Innerste gehen: Einsamkeit und Verzweiflung, Freude und Glückseligkeit. Mit Bachs letztem großen Vokalwerk, das jeden Rahmen kirchlicher Liturgie sprengt, feierte der Chor Ad Libitum mit dem Originalklangorchester Barucco am Samstagabend in der Pfarrkirche Langenhart nach langer CoronaPause einen würdevollen Auftakt.

Chor Ad Libitum sang von Auferstehung

Man spürte im Werk die existenziellen Fragen des Lebens und es war eine schöne Idee, mit diesem Schlüsselwerk der Musikgeschichte den Konzertreigen des besonderen Chores unter Dirigent Heinz Ferlesch zu starten und „Auferstehung“ zu feiern.

Dieses Meisterwerk nimmt im Denken und Glauben vieler Menschen aller Glaubensrichtungen eine einzigartige Stellung ein. Dieses monumentale Werk ist nach 255 Jahren aktueller denn je und wurde inzwischen zu einer bemerkenswerten musikalischen Allegorie des menschlichen Daseins. Die Vertonung des Bekenntnisses zu Gott und die Verherrlichung jener Erlösung nach dem Tod, die den wahrhaft Gläubigen am Ende aller Tage zuteil werden lässt, wurde zum besonderen Erlebnis.

Die sentimental ergreifenden Assoziationen von kraftspendendem Glauben, der Trost der Überwindung des Leids und das jauchzend Festliche lassen an diesem merkwürdigen Abend dank der Brillanz aller Musiker und Musikerinnen, Sänger und Sängerinnen sowie Solistinnen und Solisten wunderbare Bilder entstehen und die Fragen nach dem Woher, Wann, Wie und Warum in neuem Licht strahlen.

Man erreichte eine Tiefe, die starke Emotionen hervorrief. Immer wieder wurde die überzeugende Qualität des Chores und des Orchesters hörbar. Auch die gesanglich solistischen Einsätze überzeugten: Elisabeth Wimmer (Sopran), Patricia Nolz (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Matthias Helm (Bass). Insgesamt eine farbenvolle Interpretation mit kraftvollen Stimmen und wunderbaren Klängen. Jubel, Begeisterung und Standing Ovations für ein beherztes, tief ergreifendes Konzert.