Bezirk Amstetten: Im Westen wird es teurer. Richtung Linz steigen die Preise für die wenigen verfügbaren Grundstücke an. Teurer ist das Bauen auch in den Städten.

Von Ingrid Vogl, Peter Führer und Hermann Knapp. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:21)
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OGM

Wie leistbar sind Baugründe in Niederösterreich? Diese Frage untersuchte das OGM-Marktforschungsinstitut und setzte für seine Analyse die Grundstückspreise und die Einkommen in den einzelnen Gemeinden in Relation.

Zu den Gemeinden mit den höchsten Grundstückspreisen, in denen mit einem Jahresgehalt maximal zwischen 250 und 500 Quadratmeter Grund leistbar sind, zählen mit Ennsdorf, St. Valentin, St. Pantaleon-Erla, Ernsthofen und Haag gleich fünf der acht Gemeinden der Kleinregion Mostviertel Ursprung. Der Grund dafür liegt für die Bürgermeister auf der Hand: Je näher zu Linz, umso teurer sind die Gründe. „In Enns oder Asten zahlt man rund 200 Euro für den Quadratmeter“, weiß Ennsdorfs Ortschef Daniel Lachmayr.

In Ennsdorf liegt man derzeit bei 140 Euro. St. Valentin und Haag liegen knapp darüber. Dass die Gründe für die Bürger nur schwer leistbar seien, sieht Lachmayr aber nicht so. „Statistiken sind das eine, die Realität ist etwas anderes. Wir schließen derzeit 25 Bauparzellen auf und die waren im Nu verkauft“, stellt der Bürgermeister klar. Zumeist sei die Nachfrage nach Baugrund in der Gemeinde größer als das Angebot. Damit mit Bauland nicht spekuliert wird, gibt es in Ennsdorf Bauland-Sicherungsverträge und einen Bauzwang. Billiger ist das Bauen in Ertl, der laut Statistik günstigsten Gemeinde. „Derzeit liegt der Grundpreis pro Quadratmeter zwischen 40 und 45 Euro“, berichtet Ortschef Josef Forster.

Allerdings sind Bauparzellen in der Gemeinde ob der Hanglage rar. Erst kürzlich wurden von einem privaten Grundbesitzer zwar neun neue Baugründe zum Verkauf angeboten, diese sind allerdings schon wieder vergeben. „Da wir keine großen Gewerbebetriebe haben und bei den Einnahmen auf die Ertragsanteile angewiesen sind, die sich nach der Einwohnerzahl berechnen, sind Zuzügler für uns sehr wichtig“, betont Forster.

Gewidmete Flächen nicht verfügbar

Laufend Anfragen gibt es in Wolfsbach, das ebenfalls zu den günstigeren Gemeinden zählt. „Wir haben im Siedlungsgebiet Wimfeld 22 Parzellen erschlossen und in Hinterberg sieben, aber die sind schon alle vergeben. Wir bekommen laufend Anfragen, die nehme ich derzeit in einer Warteliste auf“, berichtet Bürgermeister Josef Unterberger. Bitter ist für ihn, dass man 15 gewidmete Parzellen im Ort hat, auf denen kein Bauzwang liegt. Die Besitzer haben somit keinen Druck sie zu verwerten.

Relativ günstig ist das Bauen auch in Ardagger. „Derzeit liegt der Grundstückspreis bei 43 bis 52 Euro“, sagt Bürgermeister Hannes Pressl. Über 80 Privatparzellen seien im Moment nicht verfügbar. Man versuche jedoch, für Einheimische und junge Häuslbauer aus der Gemeinde Baumöglichkeiten zu schaffen. Wichtig sei, dass die Baulandmobilisierung vorangetrieben wird.

In Amstetten kostet der Baugrund zwischen 100 und 150 Euro, in besonderen Lagen wie der Reitbauern-Siedlung bis zu 250 Euro. Baugründe gibt es nur am Individualmarkt. „Leider haben wir viele Flächen, auf denen kein Bauzwang liegt und die daher nicht verkauft werden. Das tut natürlich weh“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer. Um im Stadtgebiet leistbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können werde man, so der Stadtchef, in die Höhe bauen müssen. Das gilt auch für das Quartier A, wo sich der Quadratmeterpreis auf 160 Euro beläuft. „Wichtig sind da gute planerische Konzepte, die eine hohe Wohnqualität garantieren“, sagt der Stadtchef.

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