Die regionale Versorgung ist gesichert . Gemeinde investiert 1,2 Millionen Euro in Neubau für Nahversorger und praktischen Arzt. Im Gebäude sind auch zwei Wohnungen vorgesehen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:26)
Bürgermeister Karl Josef Stegh (rechts) und Vizebürgermeister Johann Reitbauer präsentieren die Pläne für die Liegenschaft Behamberg 33. Das darauf befindliche Gebäude wurde zu Wochenbeginn abgerissen.
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Am Mittwoch werden in Behamberg die Weichen für ein ganz besonderes Bauvorhaben gestellt. In seiner ursprünglich bereits für Mitte März angesetzten Sitzung gibt der Gemeinderat den offiziellen Startschuss für die Umsetzung des Projekts Behamberg 33. „Das ist für uns ein ganz wichtiges Projekt, weil wir damit die regionale Versorgung mit Lebensmitteln und Arzt sichern“, erklärt Bürgermeister Karl Josef Stegh.

Angekauft wurde die Liegenschaft in direkter Nachbarschaft zum Gemeindeamt im Dezember des Vorjahres. „Sie liegt mitten im Zentrum in bester Lage. Ich bin sehr froh, dass wir uns den Standort sichern haben können“, verrät Stegh. Die Planungen für den Neubau laufen bereits seit geraumer Zeit und sind mittlerweile abgeschlossen. Ebenerdig wird ein 253 Quadratmeter großer Nahversorger entstehen.

Im oberen Teil des Neubaus, der Richtung Gemeindeamt zeigt, wird der Zugang zur Arztpraxis sein
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„Es wird über die Firma Kastner ein Nah & Frisch-Markt werden“, informiert der Ortschef. Franz Gegenhuber wird darin auch ein kleines Kaffeehaus einrichten. „Es wird ein Geschäft mit Vollsortiment werden, in dem alles für den täglichen Gebrauch zu haben sein wird. Und es wird auch Postpartner sein“, berichtet Stegh. Für Post-Geschäfte mussten die Behamberger ja bisher entweder nach Vestenthal oder Steyr ausweichen. Da der neue Markt der letzte Nahversorger in Behamberg sein wird und Vollversorgung anbietet, kann man um die NAFES-Förderung (Arbeitsgemeinschaft von Land NÖ, Wirtschaftskammer und Gemeinde) ansuchen.

Die Zufahrt zum Nahversorger wird von der Gemeindestraße her erfolgen. Die Arztpraxis, die im ersten Stock des Gebäudes untergebracht sein wird, wird auf Gemeindeseite zugänglich sein. Wer die 195 Quadratmeter große Ordination beziehen wird, entscheidet sich Mitte Juni. „Wir haben den Vorteil einer Hausapotheke und daher drei Bewerber, die zum Teil auch schon bei den Planungen mitgewirkt haben“, schildert der Bürgermeister. Das Einzugsgebiet des praktischen Arztes war schon bisher groß, durch den gemeinsamen Standort mit dem Nahversorger erhofft man sich nun aber auch gegenseitige Synergien. „Der Nahversorger und auch das Kaffeeaus können sicher durch den Arzt profitieren. Er ist ja ein Frequenzbringer“, ist Stegh überzeugt.

Der Nahversorger wird im Erdgeschoß untergebracht. Auf dieser Etage befinden sich auch die überdachten Parkplätze für die Wohnungen.
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Über der Arztpraxis werden noch zwei Wohnungen mit jeweils 81 Quadratmetern und einem freien Panoramablick ins Mostviertel errichtet. Die Gemeinde investiert in das Projekt Behamberg 33, das auch in ihrem Besitz bleiben wird, rund 1,2 Millionen Euro. „Wir hoffen, dass wir so bald wie möglich starten können. Wenn die Entwicklung der Gemeindefinanzen passt, dann hätten wir an einen Baubeginn im Spätsommer gedacht“, gibt Karl Josef Stegh Details zum geplanten Zeitplan bekannt. „Den Rohbau wollen wir noch heuer schaffen“, ergänzt er. Fertiggestellt werden soll das Projekt bis April/Mai 2021. „Im Sommer soll dann alles laufen“, betont Stegh. Das auf der Liegenschaft befindliche Haus wurde in den vergangenen Tagen jedenfalls bereits abgerissen.