Wolfsbacher Familie: Natur pur bei Beerenanbau. Familie Halbmayr-Detter betreibt innovativen landwirtschaftlichen Betrieb und setzt auf nachhaltige Wirtschaftsweise mit Nützlingen und gezielter Tropfbewässerung.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 23. April 2021 (05:41)
Inmitten der Erdbeerkulturen fühlen sie sich daheim: Christiana und Mario Halbmayr-Detter mit ihren Kindern Julia, Emilia und Sophie (von links).
Penz, Penz

Schon in den späten 70er-Jahren begann Rudolf Halbmayr (64) auf der halben Fläche des Gemüsegartens seines Hofes „Schörghub“ mit Erdbeerstauden zu experimentieren, nachdem er bereits länger Ausschau nach Alternativen zur damals üblichen Landwirtschaft gehalten hatte.

Nach weiteren Erkundigungen im Alkovener Erdbeerland sowie in Deutschland und Holland fing der Jungbauer 1979 tatsächlich an, etwa einen Hektar Bodenfläche unterhalb seines Vierkanters händisch mit Erdbeeren zu bepflanzen und mit dem Gartenschlauch zu beregnen. Schon bei der ersten Ernte war der Zulauf ermunternd groß, sodass rund um den Hof in der Folge immer mehr Fläche für den Beerenanbau genutzt wurde.

Seit 2015 befindet sich der innovative Betrieb in den Händen von Mario Halbmayr-Detter, der im Beerenobstanbau das wertvolle Wissen seines Schwiegervaters mit dem Know-how neuer Anbau- und Pflegemethoden geschickt kombiniert und inzwischen auch Heidel- und Himbeeren sowie Spargel kultiviert.

„Am Standort ‚Bachlerboden‘ in Wolfsbach lassen sich die im Hochbeet gehaltenen Beeren rückenschonend ohne Bücken selbst pflücken, zwei weitere Felder befinden sich in St. Georgen/Ybbsfeld und in Öhling“, erzählt der gebürtige Ertler Halbmayr-Detter.

Ressourcenschonender ökologischer Anbau

Neben dem Feldanbau werden die verschiedenen Beeren auch in Folientunneln oder in Hochbeeten gehalten, wo sie vor Umwelteinflüssen wie Wind, Regen und Hagel, aber auch vor Schädlingen, Pilzkrankheiten und Schmutz besser geschützt sind.

„Wir können so auf Pflanzenschutzmittel weitestgehend verzichten. Es gibt keinen Einsatz von Insektiziden, vielmehr wird bei uns die Ansiedelung von Nützlingen wie Erdhummeln, Sandbienen, Raubmilben und Schlupfwespen unterstützt“, hebt der ehemalige Polizist hervor, der den Hof gemeinsam mit seiner Frau Christiana führt. Durch die Folien wird schon früh die ideale Wachstumstemperatur von 20 Grad erreicht, durch Tropfbewässerung kann auch der Wasserbedarf gezielt dosiert werden: „Wir benötigen nur ein Siebtel der Wassermenge im Vergleich zur konventionellen Feldberegnung, zudem verwenden wir auch aufbereitetes Regenwasser“, bekundet der Jungbauer sein Faible für nachhaltige Bewirtschaftung.

Auch die verwendeten Plastikfolien sind recycelbar. In den Monaten Mai bis Juli sind die Beeren an 10 Verkaufsständen zwischen St. Valentin und Scheibbs und in den umliegenden Supermärkten durch die Mitarbeit von Erntehelfern immer tagesfrisch erhältlich. Es werden jedes Jahr aufs Neue verschiedene Sorten probiert, um jeden Geschmack zu treffen.

Die Sorte „Clery“ erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Der hauseigene Slogan lautet: „Verwenden statt verschwenden!“, daher werden aus optisch nicht ganz perfekten Früchten nach den Rezepten der Senior-Bäuerin Erni Marmeladen, Fruchtsäfte und andere Produkte hergestellt.

„Hochwertige Produkte beim Bauern ums Eck kaufen zu können, das sehe ich als eine verantwortungsvolle Lebensmittelversorgung der Zukunft, und die positiven Kundenrückmeldungen bestätigen unseren Weg“, sieht sich Halbmayr-Detter am richtigen Weg.

www.beerenwelt-halbmayr.at