Behamberg

Erstellt am 28. Dezember 2016, 05:29

von Sabine Hummer

Fahrräder haben ab jetzt Vorrang. Im Jahr 2017 wird die Ortsdurchfahrt von Ramingdorf zur Fahrradstraße. Damit soll dem regen Durchzugsverkehr ein Ende bereitet werden.

Die Freude über die baldige Verkehrsentlastung ist bei den Ramingdorfern groß, v.l. Gemeinderat Bernhard Lueger, Gemeinderätin Elisabeth Kastner, Bürgermeister Karl Josef Stegh, Elisabeth Hofbauer, Vizebürgermeister Manfred Zeitlhofer, Michael Hofbauer sowie Raphael und Julia Hofbauer.  |  NOEN, privat

Obwohl der Behamberger Ortsteil Ramingdorf seit Langem über eine Umfahrungsstraße verfügt, ist die Verkehrsbelastung im Ort erheblich. „Grund sind vor allem die vielen Pendler, die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz und nach Hause die direkte Route durch das Ortszentrum nehmen“, sagt Bürgermeister Karl Josef Stegh. 7.000 Arbeitsplätze finden sich nämlich in unmittelbarer Nähe im benachbarten Steyr. „Vor allem in den Stoßzeiten ist die Belastung enorm“, bedauert er die Anrainer. Um den Verkehr im Fließen zu halten, wurde vor einigen Jahren die Kreuzung Gußwerk-straße-Messererstraße umgebaut – eine wirkliche Besserung der Lage vor Ort brachte das für die Ramingdorfer Bürger aber nicht.

Von der Landesgrenze bis zur Einmündung in die LH 80 (rote Markierung) wird die Haagerstraße in Ramingdorf auf etwa einem Kilometer Länge zur Fahrradstraße erklärt.  |  NOEN, Screenshot

Der Bürgermeister suchte deshalb mit den Ramingdorfer Gemeinderäten nach Möglichkeiten, die Pendler aus dem Ortszentrum wegzubringen, die Anrainer aber nicht zu benachteiligen. Bürger und umliegende Gewerbebetriebe waren in die Diskussion eingebunden. „Ursprünglich war ein Fahrradstreifen angedacht, der die Straße verengen sollte. Es gab dann sogar eine Verkehrsverhandlung, bei der alle Optionen durchbesprochen wurden. Weil die Fahrspur zu eng gewesen wäre, wurde dieses Vorhaben dann aber nicht genehmigt“, beschreibt Bürgermeister Stegh die Problematik.

Mit Unterstützung der Verkehrsberatung des Landes NÖ wurden daraufhin alle verbleibenden Optionen erhoben, die in Ramingdorf machbar sein würden. „So sind wir auf eine neue Option in der Straßenverkehrsordnung gestoßen“, erzählt der Bürgermeister.
Die Ortsdurchfahrt – genauer die Haagerstraße ab Beginn des Gemeindegebietes Behamberg bis zur Einmündung in die Landesstraße LH 80 – wird ab 2017 auf einer Länge von etwa einem Kilometer zur „Fahrradstraße“, der ersten im Bezirk Amstetten, erklärt. Radfahrer haben hier künftig Vorrang, das Zu- und Anfahren für Anrainer – auch zum Bahnhof und zu den Ramingdorfer Firmen – ist nach wie vor möglich. Automatisch mit der Fahrradstraße wird ein Durchfahrtsverbot sowie eine 30-km/h-Beschränkung gültig. „Wenn man sich das so anschaut, gibt es keine Nachteile und unser Problem mit dem Pendlerverkehr löst sich automatisch“, freut sich Stegh.

"Es gibt keine Nachteile und unser Problem mit dem Pendlerverkehr löst sich automatisch."

Bürgermeister Karl Josef Stegh, Behamberg

Bevor die Gemeinde die Fahrradstraße per Verordnung realisiere, sei es nun wichtig, alle Bürger, Pendler und auch die Nachbargemeinden zu informieren. Aus diesem Grund wird eine Informationsrunde gestartet. Denn nach einer Aufklärungsphase wird die Einhaltung der neuen Straßenverordnung von der Polizei kontrolliert und gebührenpflichtig exekutiert.

Wann die erste Fahrradstraße im Bezirk wirklich in Kraft tritt, hängt von der Nachbargemeinde Steyr ab. „Wir wollen beim Kreisverkehr eine Hinweistafel aufstellen. Dafür brauchen wir eine Genehmigung von der Stadtgemeinde“, sagt Stegh.