Reitclub in St. Peter hilft in Not geratener Familie. Zum zehnjährigen Bestandsjubiläum lädt RC Rosihof zum Festprogramm mit Walter Kammerhofer, Max Mayerhofer und der Mostviertler Kultband „Octopus“.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 14. September 2017 (05:50)
Sabine Hummer
Das Rosihof-Team rund um Gernot Hornbachner (4.v.r.) und Veronika Berndl (l.) stellt das 10-Jahres-Jubiläum unter einen karitativen Zweck und unterstützt damit das Rote Kreuz und die Familie Franz.

Seit zehn Jahren ist der Union Reitclub Rosihof im Dobratal Anlaufstelle für Pferdefreunde aus allen Generationen. Das muss natürlich gebührend gefeiert werden! „Wir haben gesagt, wenn wir feiern, dann soll das Ganze auch einem sozialen Zweck dienlich sein“, sagen die Rosihof-Besitzer Jutta und Gernot Hornbachner.

Tragisch: Zwillinge verloren ihren Papa

In eindrucksvoller Manier wurde ein Benefizwochenende auf die Beine gestellt. Unterstützt wird das Rosihof-Team von zahlreichen Firmen und befreundeten Vereinen. Zehn Künstler – die achtköpfige Crew der Mostviertler Kultband „Octopus“ sowie die Kabarett-Asse Walter Kammerhofer und Max Mayerhofer – spielen an zwei Abenden für ein Dankeschön.

privat
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Leo, Heidelinde, Susanna und Josef Franz.

Der gesamte Reinerlös kommt zum einen dem Roten Kreuz St. Peter/Au zugute, zum anderen wird eine Familie unterstützt, der das Schicksal grausam mitgespielt hat. Kurz vor Weihnachten 2016 verloren die zwölfjährigen Zwillinge Susanna und Josef Franz ihren Papa, Mama Heidelinde versucht seitdem, ihrer herausfordernden Rolle alleine gerecht zu werden.

Als Neunzehnjährige lernte Heidelinde den damals 28-jährigen Leo kennen. Im selben Jahr sind die beiden zusammengezogen, 2003 wurde geheiratet, der sehnliche Kinderwunsch blieb aber jahrelang unerfüllt.

Nach vier erfolglosen Inseminations-Versuchen (künstliche Befruchtung) stand für das Paar fest, ein Kind adoptieren zu wollen. In Österreich bestand aber nur wenig Hoffnung, weshalb die beiden ihr Glück im Nachbarland Slowakei versuchten. „Als wir das erste Mal ein Foto gesehen haben, war sofort klar, dass es unsere Kinder sind“, haben sich Heidelinde und Leo Franz auf den ersten Blick in die damals zweieinhalbjährigen Zwillinge verliebt.

Susanna brauchte spezielle Therapien

Susanna und Josef hatten einen schwierigen Start ins Leben und kamen gleich nach der Geburt in ein Kinderheim. Bei Heidi und Leo Franz fanden sie endlich ein liebevolles Zuhause. Heidelinde blieb bei den Kindern, während Leo als Alleinverdiener die Brötchen verdiente. „Er war im Schichtdienst und hat immer Überstunden gemacht“, erzählt Heidelinde, denn das Geld wurde dringend benötigt.

Vor allem Töchterchen Susanna, die neben einem geistigen Handicap auch an Skoliose leidet, brauchte von Anfang an Therapien. Besonders die Reisekosten gingen ins Geld, denn vom Ambulatorium in Amstetten aus wurde die Familie an Spezialisten in Wien, Stuttgart und Basel verwiesen.

Erschütternde Diagnose: Krebs

Dann kam der März 2015: Leo litt schon seit einigen Wochen an Heiserkeit, als er den Hausarzt aufsuchte, der ihn gleich zum Facharzt verwies. Die schockierende Diagnose lautete Lungenkrebs. „Das war ein Schlag ins Gesicht. Aber es gab Hoffnung, dass er das überlebt“, sagt Heidelinde.

Bis September 2015 hatte ihr Mann mehrere Chemos und Bestrahlungen hinter sich und es hat gut ausgesehen. „Im Jänner 2016 hatte er auf einmal überall Metastasen. Die Hoffnung haben wir aber nie aufgegeben, mein Mann bis ganz zum Schluss nicht.“ Im Sommer 2016 wurde zudem Susanna von einem Spezialisten in Basel am Rücken operiert. Ein Halbwirbel wurde ihr entfernt und ein Teil der Wirbelsäule versteift. Begleitet wurde sie von ihrer Mutter, während ihr Bruder zu Hause beim schwerkranken Vater blieb. „Im Nachhinein weiß ich gar nicht, wie wir das überstanden haben“, sagt Heidelinde Franz, die ihren Mann aufopfernd pflegte.

Am Nikolaustag, dem 6. Dezember 2016, schloss er für immer die Augen. Seitdem versucht die Familie, mit Trauerbegleitung den schweren Verlust zu überwinden. Dass der Rosihof nun ein Benefizwochenende zu ihren Gunsten veranstaltet, ist eine ganz besondere Hilfe. „Ich bin für jede Unterstützung dankbar. Ich kann momentan noch nicht arbeiten, weil ein Schichtdienst mit den Kindern nicht machbar wäre“, überlegt die gelernte Werkzeugmaschineurin, in den Pflegebereich umzusatteln.