Bauernbund verlor vier Mandate: Trotzdem klare Mehrheit. Bauernbund musste zwar Verluste hinnehmen, ist aber dennoch unumschränkt die Nummer eins im Bezirk Amstetten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 03. März 2020 (04:45)
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Die Landeskammerräte Andreas Ehrenbrandtner und Gregor Übellacker, Kammerobmann-Stellvertreterin Andrea Wagner, Bauernbund-Direktor Paul Nemecek,Bauernbund-Bezirksobmann Anton Kasser, Präsident Johannes Schmuckenschlager, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Kammerobmann-Stellvertreter Lorenz Mayr, Kammerobmann Josef Aigner, Bauernbund- Landesobmann Stephan Pernkopf, Vizeobmann Andreas Pum, Präsident Georg Strasser und Landesrat Ludwig Schleritzko.
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Vier seiner 40 Mandate in der Bezirksbauernkammer hat der Bauernbund bei der Kammerwahl am Sonntag verloren. „Das ist zwar unerfreulich, man muss aber auch sehen, dass die Bezirke Amstetten und Waidhofen das Hauptkampfgebiet des Unabhängigen Bauernbundes waren. Auch der Spitzenkandidat kommt ja aus dem Bezirk“, sagt Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser.

Dass Landwirte unzufrieden sind, weil seit Jahren ihr Einkommen zu gering ist, ist Kasser bewusst. „Aber im Gegensatz zum UBV machen wir keine Versprechungen, die wir nicht halten können. 1.000 Euro Ausgleichszahlung pro Hektar Grund wären natürlich schön, sind aber eine völlig überzogene Forderung. Das wird nicht kommen.“ Der UBV habe aber mit drei Mandaten in der Landeslandwirtschaftskammer auch keinen Druck, seine Forderungen zu verwirklichen. „Und es fehlt ihm auch die Möglichkeit dazu. Denn er hat weder Ansprechpartner im Land, im Bund noch in der EU“, sagt Kasser. Er freut sich, dass der Bauernbund landesweit drei Mandate dazugewinnen konnte. Das sei ein klares Zeichen, dass der Kurs stimme.

„Die Verluste tun natürlich weh“

Bauernkammerobmann Josef Aigner tut „der Verlust weh. Wir wollten das Ergebnis von 2015 ja halten oder dazugewinnen.“ Auch Aigner hält den Wahlkampfkatalog des UBV für völlig unrealistisch. „Sie werden in den nächsten fünf Jahren keine ihrer Forderungen verwirklichen können“, prophezeit er. Der Bauernbund hingegen betreibe Realpolitik. Dazu gehörten auch Kompromisse, mit denen man nicht immer glücklich sei. „Aber wir sehen das große Ganze und wir haben in Sebastian Kurz einen Verbündeten. Er hat angekündigt, dass Kürzungen des Agrarbudgets der EU vom Bund aufgefangen werden“, sagt Aigner. In der Bezirksbauernkammer komme es durch vier Fraktionen zu einer Zersplitterung. „Aber wir werden nun eben damit arbeiten müssen.“

Mit Andreas Pum als Landeskammerrat kehrt ein alter Bekannter auf das überregionale politische Parkett zurück. „Ich übernehme diese Aufgabe gerne und es freut mich, dass der westlichste und viehstärkste Kammerbezirk nun auch wieder eine Stimme in St. Pölten hat“, sagt er. Für den St. Valentiner gilt es, die Unzufriedenheit der Bauern ernst zu nehmen und eine lösungsorientierte Politik zu machen. „Die Stärke des Bauernbundes liegt in seiner guten Vernetzung. Das ist etwas, was dem UBV gänzlich fehlt.“