Birnen heuer Mangelware. Im Vorjahr gab es Birnen in Hülle und Fülle. Heuer können die Produzenten mit maximal 20 Prozent der Menge rechnen. Die Apfelernte ist zufriedenstellend.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 03. Oktober 2019 (03:43)
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Mostbaron Hans Hiebl macht sich trotz der schwachen Birnenernte keine Sorgen. Seine Lager sind noch gut gefüllt und es wird daher beim Most keinen Engpass geben.

Die Birnbäume haben heuer offenbar ein Sabbatjahr eingelegt. „Wir ernten nur etwa 10 bis 20 Prozent der Menge, die wir im Vorjahr hatten“, berichtet der Obmann des Obstbauverbandes im Bezirk Amstetten, Mostbaron Hans Hiebl aus Haag.

Bäume legen Ruhepause ein

Ein Grund für die schlechte Ernte dürfte natürlich das Rekordergebnis im Vorjahr sein. Die Bäume haben sich verausgabt und legen daher eine Ruhepause ein. Aber auch die Trockenheit macht sich bemerkbar. „Tatsächlich regnet es ja schon seit ein paar Jahren zu wenig. Es fehlt also die Grundfeuchte, die gerade die großen alten Birnenbäume benötigen“, erklärt Hiebl. Die Ernte ist in der Vorwoche angelaufen, gestaltet sich aber schleppend, weil die Zulieferer kaum Früchte bringen. „Im Vorjahr wussten wir nicht meh,r wohin mit den Birnen, heuer ist es genau umgekehrt“, sagt der Mostbaron.

Ein großes Problem für die Produzenten dürfte die heurige Flaute aber dennoch nicht werden, denn die meisten haben aus dem Vorjahr noch genügend Saft in Reserve um daraus Most zu machen. „Wir werden für den Schankmost eben stärker mit Äpfeln mischen und uns die Birnen für die speziellen Sorten aufheben“, kündigt Hiebl an.

„Nach der Jahrhunderternte im Vorjahr musste man damit rechnen."Andreas Ennser, Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer

Auch für Andreas Ennser, Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer, ist der schwache Ertrag keine Katastrophe. „Nach der Jahrhunderternte im Vorjahr musste man damit rechnen. Die Betriebe wissen ja auch, damit umzugehen und haben sich sicher einen Puffer geschaffen. Nächstes Jahr brauchen wir dann aber wieder eine gute Ernte, sonst wird es eng.“

Der Preis für eine Tonne Äpfel oder Birnen liegt derzeit bei 90 Euro. „Das ist annehmbar. Wünschenswert wären zwar 100 Euro, aber nur zum Vergleich: Im Vorjahr wurden für eine Tonne rund 50 Euro bezahlt“, erinnert Ennser. Die Mostbetriebe selbst zahlen ihren Zulieferern auch heuer einen höheren Preis. „Das ist natürlich von der Qualität abhängig. Wenn sie sehr gut ist, dann gebe ich für eine Tonne auch 150 bis 200 Euro“, berichtet Hiebl. Einen erfreulichen Aspekt hat die heurige Ernte auch: Die wenigen Birnen, die auf den Bäumen hängen, bringen eine sehr gute Qualität.“